Verbindungsstraße zeitweise dicht

Straßenbaustelle sorgt für Chaos: Anwohner im MK abgeschnitten

Straßensperrung an Baustelle
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Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat den Wahrdeabstieg zwischen Ostendorf und Brügge wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Die Stadt riegelte nach anfänglicher Öffnung die Straße Am Kamp (links) zusätzlich zeitweise ab – zum großen Ärger der Anwohner.

Die Fahrbahnsanierung der Halverstraße – auf dem sogenannten Wahrdeabstieg zwischen Ostendorf und Brügge – macht Fortschritte. Doch der Teufel steckt im Detail.

Lüdenscheid - Länger als eine Woche waren die Anwohner der Sackgasse Am Hohberg unterhalb der Berufsschule Ostendorf abgehängt – und zu quälend langen Umwegen verdonnert. Denn die Stadt riegelte die einzige direkte Verbindung aus dem Wohngebiet ins Volmetal, die Straße Am Kamp, rigoros ab, auch für Busse der MVG – und zog sich damit den Zorn der Anlieger zu. Nun ist eine Lösung des Problems in Sicht.

Die Entstehungsgeschichte der Misere hat mehrere Kapitel. Stadtpressesprecher Sven Prillwitz erzählt sie so: Nach der Sperrung des Wahrdeabstiegs fuhren die Linienbusse aus Brügge zunächst über die steile Straße in Richtung Ostendorf. Das verbot die Stadt, weil Am Kamp offiziell eine Sackgasse ist. Doch die MVG wollte die Sperrpfosten am oberen Ende, Einmündung Halverstraße, wieder weghaben. Diesem Wunsch kam die Stadt nach. Danach sind aber nicht nur Busse, sondern viele Andere dort hergefahren. Da sperrte die Stadt das Sträßchen wieder.

MVG-Sprecher Jochen Sulies berichtet, dass die Polizei darauf jeglichen Verkehr in Richtung Ostendorf unterband. Änderungen des Fahrplans und der Einsatz kleinerer Pendelbusse zur Berufsschule entpuppten sich als vorschnell. Nach nur drei Fahrten waren Hohberg und Ostendorf wieder vom Linienverkehr abgeschnitten. Selbst die Azubis der MVG mussten ab Volmestraße zu Fuß zur Ostendorfer Berufsschule laufen.

Eine Anwohnerin – sie will namentlich ungenannt bleiben – berichtet, dass sie ihre Kinder nun mit dem Auto zur Schule oder zum Training bringen muss und dabei entweder über Halver und dann die Heerstraße hinunter nach Oberbrügge oder über Carthausen und Schalksmühle nach Lüdenscheid bringen muss. „Hin und zurück ein Umweg von fast 30 Kilometern.“ Eine ältere Nachbarin, die nach Brügge zum Einkaufen muss, sei gar nicht motorisiert und „schafft den Fußweg Am Kamp hoch überhaupt nicht“.

Ein weiterer Anlieger sagt, er sei am Samstagnachmittag mit dem Fahrrad durch die Sackgasse nach Brügge hinunter gerollt. „Dort wurde ich von der Polizei angehalten und trotz meiner Aussage, dass ich Anwohner am Hohberg bin, mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft“.

Seine Nachbarin Melanie Notthoff erinnert sich an zahlreiche Telefonate: mit der Polizei, der Stadtverwaltung, mit Straßen.NRW, mit der MVG – und schließlich mit Bürgermeister Sebastian Wagemeyer. „Das war gut, er hat ganz schnell reagiert und Abhilfe zugesagt.“

Am Mittwoch teilte MVG-Sprecher Sulies dann mit, die Stadt habe nun doch eine Ausnahmegenehmigung für den Linienverkehr erteilt. Die Busfahrer sollen demnach schon für Fahrten ab sofort einen Schlüssel für die Sperrpfosten bekommen – vorfahren, aussteigen, aufschließen, durchfahren, wieder abschließen, so die Anweisung.

Doch die gilt nur wenige Tage. Wie Stadtpressesprecher Prillwitz bestätigt, sei jetzt eine Schrankenanlage bestellt. Die soll am Dienstag angeliefert und am Mittwoch in Betrieb genommen werden. Dann können die Busfahrer den Schlagbaum per Knopfdruck bedienen. Angaben über die Kosten und darüber, wer den „Spaß“ bezahlt, gibt es nicht.

Weniger aufwendig, dafür viel langwieriger, scheint die Lösung für Radler zu sein. Im Juni beschloss der Bau- und Verkehrsausschuss auf Antrag der Grünen-Fraktion einstimmig, die Straße am Kamp für den Radverkehr freizugeben (wir berichteten). Dazu muss ein Schild aufgestellt werden. Wann das geschieht, ist unklar. Sven Prillwitz: „Auch das wird in nächster Zeit passieren.“

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