Straßenbau sorgt für wütende Autofahrer

Baustellenchaos: Gerangel um Zuständigkeiten

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Es geht streckenweise eng zu. Immer wieder verlieren Verkehrsteilnehmer die Geduld und begehen Rotlichtverstöße an Baustellenampeln. Die Polizei hat hier allein am Dienstag sieben Autofahrer erwischt und bestraft.

Lüdenscheid - Das Verkehrschaos reißt nicht ab. Die Baustellen in der Innenstadt sorgen auf Umleitungsstrecken zeitweise für Stillstand. Wartezeiten von mehr als einer Stunde auf Friedrichstraße oder „Knapp“ oder Engpässe hinterm Oberstadttunnel provozieren Autofahrer offenbar immer häufiger zu Regelverletzungen.

Die Polizei nimmt jetzt verstärkt Rotlichtsünder ins Visier. Allein am Montag erwischten die Beamten auf der Werdohler Straße an der Baustellenampel sieben ungeduldige Verkehrsteilnehmer bei Verstößen. Vier müssen mit einem Bußgeldbescheid über je 90 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Drei Autofahrer werden jeweils mit einem Bußgeld in Höhe von 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot bestraft. 

Die aktuelle Problematik stellt sich als ein Gerangel von Zuständigkeiten dar. Dieter Rotter vom Bauservice wünscht sich von der Polizei statt strenger Ahndung eher Unterstützung. „Die Polizei sollte besser den Verkehr regeln!“ Rechtlich sei das Einschreiten bei Verstößen „zweifellos richtig“. Aber Beamte, die auf der Kreuzung stehen und Verkehrsströme lenken, seien wirksamer als schlecht getaktete Ampeln.

Hier wird in der Lüdenscheider City gebaut

Das sieht Polizei-Sprecher Jens Naumann anders. „Gegen eine Ampel“ auf der Straße den Verkehr zu regeln, berge einerseits zu viele Gefahren für einen Polizisten. Andererseits trete die Polizei nur regelnd in Aktion, „wenn die zuständige Behörde nicht zu erreichen ist“. Verantwortlich für die Verkehrslenkung seien vielmehr die Stadt und der Landesbetrieb Straßen.NRW. Rotter hat nach eigenen Worten einen Beschwerdebrief an den Landesbetrieb geschrieben. 

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt er: „Zwei Umleitungsstrecken, auf denen dreimal mehr Verkehr fließt als normal, treffen auf eine Kreuzung, an der die Ampeln nicht an die höhere Verkehrsdichte angepasst sind.“

Bei Straßen.NRW ist das Problem nach Auskunft von Projektleiterin Nadja Hülsmann bekannt. „Die Kollegen sind dran, es wird neue Ampeln mit neuer Programmierung geben.“ Mitte des Monats müsse das erledigt sein.

Bei allem Verkehrschaos: Aus der Feuer- und Rettungswache kommen keine Klagen. Feuerwehr-Chef Martin Walter sagt, seine Wachabteilungen seien „bestens verbunden mit Stadt und Landesbetrieb“. Täglich werde die aktuelle Lage bei der Wachablösung erörtert. Es habe bislang keine Zwischenfälle gegeben. Walter: „Es ist schwieriger als sonst, aber im Moment läuft alles.“

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