Mechanische Reinigung läuft wieder

Schwere Schäden an der Kläranlage Schlittenbach

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Machinenraum geflutet: Die Kläranlage Schlittenbach konnte nur noch im eingeschränkten Betrieb gefahren werden.

Lüdenscheid - Straßen waren unpassierbar, die Kreuzung Honseler Bruch, Königsberger und Bromberger Straße glich einem See. Schwere Schäden verzeichnet der Ruhrverband an der Kläranlage Schlittenbach. Die SEL-Kanalbaustelle in der Altenaer Straße hat die Regenflut am Samstag aber überstanden.

Zwei Starkregenereignisse hintereinander ließen die Pegelstände förmlich explodieren. Von 30 Zentimeter auf 1,15 Meter stieg das Wasser des Rahmedebachs zwischen 16.15 und 16.45 Uhr. Mehr als 38 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden; damit lag Lüdenscheid bundesweit an der Spitze, was Niederschläge angeht.

Normalerweise ist dies kein wirkliches Problem, doch der größte Teil des Wassers fiel in einem extrem kurzen Zeitfenster. „Da ist auch mit der größeren Dimensionierung baulicher Anlagen nichts zu retten“, stellt Josef Lorkowski, Leiter des Stadtentwässerungsbetriebes Lüdenscheid, fest.

Pegelstand des Rahmedebachs am Samstag. Innerhalb einer halben Stunde erfolgte die Anflutung. Zur großen Ansicht klicken Sie hier.

Das bekam auch die Kläranlage in der Schlittenbach zu spüren. Das Einzugsgebiet ist weitgehend versiegelt, das vorgeschaltete Rückhaltebecken lief blitzartig voll, der Rechen des Notüberlaufs verstopfte. Auch der Drosselablauf habe nicht funktioniert, fasst Harro Feckler, Regionalbereichsleiter des Ruhrverbands zusammen. Im Ergebnis suchte sich das Wasser den Weg über die Zufahrt in den tiefer gelegenen Maschinenraum, der fünf Meter tief unter Wasser stand. Immerhin lief am Montag die mechanische Reinigung des Mischsystems wieder. Die biologische Stufe soll möglichst am Dienstag wieder in Gang kommen. Mit Öl verunreinigtes Wasser habe man in ein trockenes Becken abpumpen können, so Feckler. Der Schaden an den elektrischen Anlagen sei noch nicht zu beziffern.

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Anders als im Juni 2013 hat die SEL-Baustelle im Hauptsammler Altenaer Straße nicht gelitten. Damals hatte es die Einbauten bis in die Kläranlage Schafsbrücke gespült. Um in dem Gewölbe arbeiten zu können, ist es im oberen Bereich zu drei Vierteln vermauert – was die Kapazität entsprechend reduziert und zum Rückstau im Kanal führt. Für das geflutet Gelände der Firma Tropen an der Altenaer Straße sieht man beim SEL auch Anwohner der Rahmede mitverantwortlich. Häufig werde Strauchschnitt am Bachufer entsorgt, der den Rechen im Bach oberhalb des Firmengeländes zugesetzt habe.

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