Stipendium für Ilona Kohut

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Die Jury war sich schnell einig, dass Ilona Kohut das MKK-Stipendium erhalten soll. - Fotos: Goor-Schotten

LÜDENSCHEID - „Wir haben sie abends angerufen, und da kam am Handy ein richtiger Freudenschrei.“ So endete die Stipendiumsvergabe der Märkischen Kulturkonferenz, die jeweils für die Bereiche Musik, Literatur und Kunst 12.000 Euro im kommenden Jahr bereitstellt.

Die Vergabe für das Stipendium Kunst – in diesem Jahr Zeichnung – schloss die Jury nach einer Ausstellung in der Iserlohner Stadtgalerie nun ab: Ilona Kohut wird das Stipendium bekommen. Lüdenscheids Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen informierte die Bewerberin noch am gleichen Abend.

Die Bewerber für das MKK-Stipendium 2014 für Bildende Kunst stellten sich in den vergangenen Wochen im Obergeschoss der Galerie an der Von-Scheibler-Straße mit ihren Werken vor. Nach fünfjähriger Pause war das Stipendium wieder für den Bereich Zeichnung ausgeschrieben worden (wir berichteten). „Am Ende war die Entscheidung relativ leicht“, so Conzen im Gespräch, „das konzentrierte sich auf Ilona Kohut und Ines Spanier. Das Rennen machte die aus Ungarn stammende und heute im Stuttgarter Raum lebende Künstlerin: „Sie hat durch ihre Technik, Konzeption und Intention am Ende überzeugt. Was sie gemacht hat, ist toll.“

Das künstlerische Schaffen von Ilona Kohut ist durch Vielfalt und konzeptuelle Komplexität gekennzeichnet. Zu ihren Medien zählen Zeichnung, Druckgraphik, Skulptur, Objekt, Installation und Video. Kohut studierte zunächst an der TU Dortmund bei Prof. Bettina van Haaren und anschließend an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 2011 ist sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart als Assistentin von Prof. Volker Lehnert mit der Ausbildung künstlerischen Nachwuchses betraut. Ilona Kohut zählt außerdem zu den Mitbegründern und derzeit zwölf Mitgliedern des „Salon“, einer in einem ehemaligen Friseursalon Dortmunds beheimateten Ateliergemeinschaft junger Künstler. Ihre Arbeit in Iserlohn zeigt eine Art gezeichnetes neurologisches System und soll das menschliche Denken in Zeichen aufzeigen. Eine weitere Arbeit habe aufgrund ihrer Größe nicht mehr in die Galerie gepasst, so Conzen. Die Künstlerin fotografierte daraufhin ihr Werk ab und zeigt es in einem Mosaik in kleinerer Form. Inwieweit das Atelier im Künstlerdorf Barendorf, das dem MKK-Stipendiaten zur Verfügung steht, in Zukunft noch genutzt werden kann und soll, ist noch ungewiss. Conzen: „Das ist auch manchmal für die Künstler nicht ganz einfach. Die haben in ihren Wohnorten ihr Netzwerk. Und mitunter funktioniert eine Nutzung in Barendorf schon allein durch die Größe und Art der Arbeiten nicht. Man muss sehen, ob sich das künftig noch lohnt, das Atelier zur Verfügung zu stellen.“ An das Stipendium geknüpft ist eine Ausstellung Kohuts parallel zur Vergabe des Stipendiums 2015 in Iserlohn, nicht zuletzt, um zu zeigen, was im kommenden Jahr an Kohut-Kunst entstehen wird. Conzen: „Da freuen sich die Künstler dann auch immer sehr drauf.“

Alle drei Stipendien werden am Sonntag, 24. November, feierlich in der Städtischen Galerie Iserlohn vergeben. Bis dahin ist auch die Ausstellung noch zu sehen. - rudi

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