Stimmgewaltiges Konzert des MGV Philomele

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Die Sänger des MGV Philomele fesselten mit ihrer Stimmgewalt, traten aber mit der Anzahl ihrer Darbietungen zu Gunsten ihrer hochkarätigen Gäste in den Hintergrund. ▪

BRÜGGE ▪ Zwischen die Chormusikfreunde in der Brügger Kreuzkirche passte am Sonntag kein Blatt mehr, denn alle Bänke waren restlos besetzt. Besser konnte die Resonanz auf das Konzert des Brügger MGV Philomele mit dem Titel „Musikalischer Herbst“ wohl nicht sein. Fans aus Brügge und Umgebung dankten es den Organisatoren, dass diese keine Kosten und Mühen gescheut hatten, hochkarätige Gäste einzuladen.

Bezogen auf das Gesamtprogramm hielten sich die Gastgeber mit ihren Darbietungen dezent im Hintergrund. Ganze neun Stücke und eine Zugabe gab der Chor unter der Leitung von Rolf Bürgermeister bei insgesamt rund 30 Darbietungen zum Besten. Den Rest des gut zweistündigen Konzertes bestritten die Musiker des „Druschba Orchesters“ (Leitung: Lev Zlotnik) mit ihren Solisten Adelya Shreder (Gesang), Boris Sorin (Gesang) und Alex Holzmann (Akkordeon) sowie Sopranistin Ricarda Woeste. Die Klavierbegleitung übernahm Tsvetanka Wiegand, bei einigen Stücken griff Rolf Bürgermeister in die Tasten.

Der MGV Philomele gab im Rahmen von drei Gesangsblöcken ein abwechslungsreiches Programm zum Besten, das von klassischen Chorwerken („Abendfrieden“) über Popmusik wie den Elvis-Klassiker „Can’t help falling in love“ bis zur geistlichen Musik mit den Stücken „Die ganze Ehre Gott ist dein“ und „Stern auf den ich schaue“ reichte. Dabei wussten die Sänger einmal mehr, mit Stimmgewalt und gesanglicher Präzision zu fesseln.

Das „Druschba-Ensemble“ war bereits vor 30 Jahren beim MGV Philomele zu Gast und bescherte damals allen, die dabei waren, ein denkwürdiges Konzerterlebnis, an das sich nicht nur Philomele-Vorsitzender Jörg Skorupa im Rahmen seiner Begrüßung gerne erinnerte. In zwei Sets gaben die Musiker am Sonntag eine Auswahl der schönsten und bekanntesten russischen Volkslieder zum Besten. Voller Schwung, Rasanz und Temperament animierte Solistin Adelya Shreder das Publikum beim unvermeidlichen „Kalinka“ zum Mitklatschen und überzeugte mit Klassikern wie „Goldköpfiges Moskau“ oder „Die dünne Eberesche“. Eine herausragende Solo-Gesangsleistung bot Boris Sorin, der „Die schwarzen Brauen“ besang und im zweiten Konzertteil das Lied „W lunnom sijanii“ präsentierte.

Sopranistin Ricarda Woeste war ebenfalls schon einmal beim Brügger MGV Philomele zu Gast, und zwar im Rahmen eines Konzertes in der katholischen Kirche St. Paulus. Sie interpretierte zunächst mit voluminöser und farbiger Stimme das „Lascia chio pianga“ von Georg Friedrich Händel und machte im Anschluss einen Ausflug in Musical-Gefilde mit dem Werk „Think of me“ von Andrew Lloyd Webber, bei dem sie Rolf Bürgermeister als Duett-Partner gesangsstark unterstützte. In der zweiten Konzerthälfte bewies die Sängerin, dass sie auch mit einer hervorragenden Jazzstimme überzeugen kann und sang eindrucksvoll den Standard „Cry me a river“ sowie das melancholisch-schwermütige „Papa, can you hear me“ aus dem Musical „Yentl“.

Im Finale unterstützte Ricarda Woeste den MGV Philomele bei Bortnianskys feierlichem Werk „Ich bete an die Macht der Liebe“. Fröhlicher ging es bei der Zugabe, dem Gospel „Rock my soul“, zu, die das Publikum mit viel Applaus einforderte. ▪ bot

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