Für CDU war Dieter Dzewas der entscheidende Faktor

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Noch in der Startphase – aber die interne Logistik wie die Aufbereitung der Daten lief reibungslos.

Lüdenscheid - „Der Vorsprung war zu groß, um ihn noch aufholen zu können. Vielleicht haben wir meine Kandidatur zu spät angekündigt“, sagt CDU-Bürgermeisterkandidat Björn Weiß angesichts der Wahlschlappe im Rückblick.

Von Florian Hesse

Für die CDU im Lüdenscheider Rat ist Bürgermeister Dieter Dzewas der entscheidende Faktor bei der Kommunalwahl 2014. Vielleicht sei man in der Vergangenheit „zu viele Kompromisse eingegangen“, habe „zu viele Dinge mitgetragen“, sagten Weiß und Fraktionschef Oliver Fröhling im Nachgang. „Ich bin auf sechs Jahre Opposition eingestellt“, sagt Weiß, doch er erinnert auch an die Ankündigung des politischen Gegners: „Es ist jetzt an der SPD, uns einzuladen.“

Doch dort zeichnen sich bereits gewisse Präferenzen ab. Die SPD-Spitze hatte schon vor der Wahl deutlich gemacht, dass sie die Fortführung der Ampelkoalition für wünschenswert hält. In solche Gespräche auch die FDP einzubeziehen, ist aus Sicht des Stadtverbandsvorsitzenden Gordan Dudas „ein Gebot der Fairness“. Das könnten auch die Grünen als weiterer Partner der Koalition der letzten Legislaturperiode so sehen. „Die FDP tut mir leid“, so Fraktionssprecher Otto Bodenheimer, der an die Arbeit der vergangenen fünf Jahre erinnert und sich darüber ärgert, dass der Partner auf gerade noch zwei Sitze abstürzte und nun in gleicher Stärke wie die AfL in den Rat eingezogen ist.

Triumphaler Abend für Gordan Dudas: Die SPD bleibt mit Abstand stärkste Partei, er selbst holte fast 55 Prozent im Wahlkreis.

Von der wiederum vermuten Politiker gleich mehrerer Fraktionen, dass sie von manchen Wählern mit der AfD verwechselt worden sei und davon profitiert habe.

Für die Grünen wie auch für die Fraktion der Linken nicht erfüllt hat sich am Sonntag die Hoffnung auf einen weiteren Sitz im Rat nicht erfüllt – für Fraktionschef Yasin Kut nicht zuletzt Ergebnis der „Ausgrenzung durch die weiteren Parteien“. „Wir haben nicht gegen Dzewas gearbeitet, aber die Ablehnung durch die SPD hat uns geschadet.“

Von einem „trostlosen Ergebnis“ spricht dagegen Jens Holzrichter, Vorsitzender der FDP-Fraktion, der mit einem persönlichen Ergebnis im Wahlbezirk 12 Ramsberg/ Mintenbecke/Neuenhof 11,2 Prozent holte – Traumwert für einen FDP-Bewerber – aber den Absturz der Liberalen in Lüdenscheid nicht verhindern konnte, die von über 9 auf 4,66 Prozent absackte.

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