Mobiler Zaun

Stilleking: Metallgitter sorgen für Irritationen

Eine Barriere, die kaum aufhält: Die mobilen Absperrgitter vor einem bruchgefährdeten Waldstück am Stilleking können mit wenigen Schritten umgangen werden. Und viele Waldbesucher tun genau das.

Lüdenscheid - Das wusste schon Goethe: Im Frühjahr zieht es die Menschen hinaus in die Natur. So tummeln sich auch am Stilleking derzeit vermehrt Spaziergänger und Jogger. Die aber stoßen bei ihren Ausflügen nach wie vor auf mobile Absperrgitter mitten in der Idylle vor den Toren der Stadt – und sind deswegen irritiert.

Sinnfrei stehen die beweglichen Metallzäune indes nicht in der Gegend herum. Das weiß Hans Obergruber, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Märkischer Kreis. Vielmehr soll die Barriere Waldbesucher davon abhalten, einen über Jahr genutzten Weg durch ein kleines Buchenwaldstück zu beschreiten. Es ist eine Maßnahmen zum Schutz der Menschen, sagt Obergruber. Denn auch wenn die Bäume auf den ersten Blick stabil wirken – eine ganze Reihe von ihnen ist von Schädlingen befallen, bruchgefährdet und somit ein Risiko für Naturfreunde. So die Einschätzung Obergrubers. Die Problematik ist auch schon seit Monaten öffentlich bekannt (wir berichteten).

Allerdings: Zwar prangt an der Absperrung ein Warnschild mit der dramatischen Aufschrift „Lebensgefahr“. Gleichzeitig aber lassen sich die Metallgitter auf beiden Seiten mit wenigen Schritten umgehen. Und genau das tun etliche Waldbesucher auch. So leicht ging das nicht immer. Bis vor kurzem noch war der mobile Metallzaun wesentlich länger und damit schwerer zu umgehen. Etliche Zaunelemente wurden laut Obergruber zwischenzeitlich aber entfernt – weil sie benötigt werden, um Heckrinder auf der nahen Hochfläche für einen Bluttest einzufangen. Was keine leichte Aufgabe ist.

Wie auch immer, mittelfristig soll ein fester Zaun um besagtes Buchenwäldchen gezogen und ein Ersatzweg angelegt werden. So die Ankündigung Obergrubers. Dazu stehen noch im April Gespräche mit der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege an, die ebenfalls stark am Stilleking engagiert ist. Die Bäume innerhalb der angepeilten Umzäunung sollen möglichst erhalten bleiben. Anders als mächtige Gehölze im direkten Umfeld, die wegen ihres Zustands bereits gefällt wurden. Als Baumleichen bieten sie künftig Kleintieren ein Refugium.

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