Stiftung übernimmt Schützenhalle Loh

Die Anerkennungs-Urkunde für die Bergstadt-Stiftung übergab der Leitende Regierungsdirektor Paul Köhler an Initiator Friedrich Karl Schmidt.

LÜDENSCHEID ▪ Es war ein wahrhaft historischer Moment: Um 11 Uhr übergab die Lüdenscheider Schützengesellschaft heute ihre anno 1900 eingeweihte Halle am Loh an die zugleich offiziell anerkannte „Bergstadt-Stiftung“.

Besiegelt wurde die Trennung der LSG von ihrer Halle in einem kleinen Festakt vor geladenen Gästen mit dem Händedruck zwischen Schützenoberst Holger Heß und seinem Vorgänger Friedrich Karl Schmidt. Dieser hatte die Stiftung initiiert, um die LSG wie auch die Halle selbst für die Zukunft zu wappnen. Den Schützen ist damit eine enorme finanzielle Last genommen, während Vorstand und Kuratorium der Stiftung bei der Unterhaltung ihres Denkmals nun auf die Lüdenscheider Bevölkerung setzen, wie Schmidt sagte. Am Dienstag finde die konstituierende Vorstandssitzung statt.

Die Bergstadt-Stiftung übernimmt indes ein weitgehend bestelltes Haus. Mit 945 000 Euro förderte die Bezirksregierung Arnsberg, vertreten durch den Leitenden Regierungsdirektor Paul Köhler, die energetische Sanierung. Die Stadt stemmte die fehlenden 400 000. Dass der Preis in vier Jahren Bauzeit eingehalten wurde, machte den Lüdenscheider Architekten Rüdiger Wilde sichtlich stolz. Seither wurden Fenster, Böden, Heizung und Decken erneuert oder saniert. Und mit Felix Buccis „Castello“ ist ein Gastronom im Haus, „den wir anderenorts bereits vermissen“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas in Anspielung auf das Kulturhaus.

„Herr Schmidt, lassen Sie mich in Ruhe“, machte Paul Köhler schmunzelnd klar, was die Stiftungsaufsicht des Landes künftig aus Lüdenscheid erwartet: „Dass es läuft.“ Er habe angesichts der kompetenten Zusammensetzung von Vorstand und Kuratorium hierin aber „vollstes Vertrauen“. Schmidt sei es in den vergangenen Jahren nicht nur gelungen, die Baugelder zusammenzubekommen, er habe auch namhafte Persönlichkeiten für den Erhalt der Halle in der Stiftung versammeln können.

Dazu zählen im designierten Vorstand neben Schmidt der Architekt Marc Teichert und Versicherungskaufmann Andreas Basse. Für das Kuratorium stehen bereit: Dieter Dzewas, Sparkassendirektor Klaus Erger, sein Vorgänger Udo Lütteken, Steuerberater Dieter Grote, Notar Martin Buchheister, Unternehmer Reinhold Zimmermann, LSG-Ehrenoberst Ernst Kutschinski sowie Hegeringsleiterin Dorothea Zeppke-Sors.

Der Altbürgermeister dankte allen namentlich. Neben Paul Köhler, den er augenzwinkernd als „Hauptsponsor“ bezeichnete, würdigte Schmidt auch Ex-NRW-Bauminister Oliver Wittke (CDU), der vom damaligen Landtagsabgeordneten Bernd Schulte auf die Halle aufmerksam gemacht worden war. Beide waren anwesend, ebenso Vertreter des Denkfabrik-Planungsstabes sowie der Denkmalbehörden. Den Stadtrat, der 2008 sein Plazet zur Sanierung gab, vertraten die stellvertretende Bürgermeisterin Verena Kasperek (SPD) sowie Susanne Mewes (CDU).

Buchstäblicher Höhepunkt des Rundgangs durch die Halle war dann der Aufstieg in den Turm. Er entsprach wohl dem Hochgefühl, das viele Gäste an diesem Tag empfanden.

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