Repräsentative Altstadtorgel für die Erlöserkirche soll zum Aushängeschild werden

Stiftung rückt greifbar näher

Renate Semmler und Alhard Graf von dem Bussche-Kessell werben mit der Stiftungsbroschüre für die Anschaffung der Altstadtorgel in der Erlöserkirche. Kleine und größere Beträge für das Projekt sind jederzeit willkommen. -  Foto: Eiber

Lüdenscheid - Sie soll ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt und die Region werden: Die neue Orgel der Erlöserkirche. Das angestrebte klangliche Volumen setzt ein erhebliches finanzielles Engagement voraus: 850 000 Euro sind veranschlagt.

Die Initiatoren der dafür vorgesehenen „Stiftung Altstadtorgel Lüdenscheid“ sehen sich ihrem Ziel inzwischen ein ganzes Stück näher – mehr als zwei Drittel der Summe sind zugesagt. Weitere Spender sind willkommen.

Renate Semmler, Alhard Graf von dem Bussche-Kessell und Reinhold Zimmermann hatten vor mittlerweile zwei Jahren die Idee, das „Juwel Erlöserkirche“ mit einem repräsentativen Instrument auszustatten. Denn die einstige Führer-Orgel auf der Empore entsprach nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen. Wegen der maroden Elektrik wurde seinerzeit „der Stecker rausgezogen“ und der Klangkörper schließlich Ende vergangenen Jahres nach Polen verkauft. Seit dem technischen K.o. ist eine Truhenorgel im Einsatz.

„Eine Kirche ohne Hauptorgel ist völlig undenkbar“, erklärte gestern Renate Semmler, die gemeinsam mit ihrem Ehemann in Alhard Graf von dem Bussche-Kessell und Reinhold Zimmermann schnell Mitstreiter für ihren Plan gewann. Zusammen mit weiteren privaten Geldgebern haben sie inzwischen ein Grundstockvermögen von 650 000 Euro erreicht.

Doch der Weg zur Einrichtung einer Stiftung ist aufwendig und forderte, gerade in diesem Fall, eine Fülle von Abstimmungsgesprächen mit Versöhnungskirchengemeinde, Kreiskirchenamt, Landeskirche, Finanzverwaltung, Stiftungsaufsicht der Bezirksregierung und nicht zuletzt der Stadt. Sie alle sind eingebunden, so dass voraussichtlich im nächsten Monat die Stiftung bürgerlichen Rechts offiziell gegründet werden kann. Parallel sind weitere Dinge geklärt: Aus dem Verkaufserlös der alten Orgel lässt die Gemeinde die Empore so ertüchtigen, dass sie die neue Orgel mit einem Gesamtgewicht von 16 Tonnen tragen kann. Das Instrument bleibt im Eigentum der Stiftung, die Kirche wiederum genießt ein Nutzungsrecht.

Dieses Konstrukt verfolgt eine klare Botschaft: „Wir wollen viele Menschen als Spender und Interessierte für die Erlöserkirche gewinnen – auch jene, die der Institution sonst nicht nahestehen. Attraktive Konzerte und Angebote sollen ein möglichst breites Publikum begeistern“, so Renate Semmler. Schließlich habe man mit Dimitri Grigoriev einen herausragenden Kantor.

Zum Luther-Jahr 2017 wird es mit der neuen Orgel wohl nicht mehr klappen, „aber das Stadtjubiläum 2018 wäre auch ein toller Anlass für die Einweihung“.

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