Steueraufkommen nah am Rekordniveau

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Michaela Thiel, zuständig für das Sachgebiet Finanzkasse, Dienststellenleiter Dr. Hans Gerhard Selle, und Geschäftsstellenleiterin Claudia Borgdorf (v.l.) freuen sich über gute Zahlen beim Lüdenscheider Finanzamt. ▪

LÜDENSCHEID ▪ Der heimischen Wirtschaft geht es gut – das schlägt sich im Steueraufkommen nieder, Mit 975 Millionen Euro liegt das vergangene Jahr nahe am Rekordergebnis des Jahres 2008, als das Lüdenscheider Finanzamt erstmals mehr als eine Milliarde Euro – genau 1016 Millionen Euro – an Steuern eingenommen hatte. 2007 wurde mit 980 Millionen Euro das zweitbeste Ergebnis eingefahren.

Mit Prognosen für das laufende Jahr hält sich Dienststellenleiter Dr. Hans Gerhard Selle zurück. Aber im ersten Quartal hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Bis Ende März hatte das Lüdenscheider Finanzamt erneut fast 27,5 Millionen Euro mehr eingenommen als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einer Steigerung von 12,53 Prozent. Auch wenn es kein Ranking der Finanzämter gibt, ist klar, das Lüdenscheid im Bereich der zuständigen Oberfinanzdirektion Münster eines der aufkommensstärksten Finanzämter ist – nicht nicht nur in Relation zu seiner Größe, sondern auch in absoluten Zahlen.

Für das Jahr 2011 beträgt die Steigerungsrate des Lüdenscheider Finanzamtes 13,6 Prozent. Die Oberfinanzdirektion mit allen 50 Finanzämtern kommt insgesamt lediglich auf eine Steigerung von 3,38 Prozent. Dabei spiegelten sich unterschiedliche Entwicklungen der Regionen wieder, erklärt Selle. Steigerungen von mehr als 7 Prozent im Münsterland und in Ostwestfalen liegt ein Rückgang im Ruhrgebiet von 4,48 Prozent gegenüber. In Südwestfalen, wozu die Bergstadt mit den enormen Zuwächsen zählt, liegt die Steigerung bei 4 Prozent.

Den stärksten Beitrag zum Steueraufkommen 2011 leisteten erneut die Umsatzsteuer mit 387 Millionen Euro (+14,28 Prozent) und die Lohnsteuer mit 347 Millionen Euro (+10,2 Prozent). Beide zusammen machen mehr als drei Viertel der Steuereinnahmen aus. Dass die heimische Wirtschaft die Krise überwunden hat, macht Selle vor allem an der Lohnsteuer fest. Ein Zuwachs von mehr als zehn Prozent sei auf die positive Arbeitsmarktentwicklung, Überstunden und Mehrarbeit vor allem in der zweiten Jahreshälfte zurückuführen. Außerdem habe es in vielen Betrieben „Weihnachtsgeld“ gegeben. Nicht so zuverlässig als Indikator sei die Umsatzsteuer. Sie sei zwar ein Hinweis auf die Umsäze, aber Exportgeschäfte schlagen sich dort nicht nieder, und Vorsteuer, beispielsweise aus Investitionen, sei bereits verrechnet. ▪ gör

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