Januar: Sternsinger

+
Annika-Sophie Volkmann, Miriam Margeit, Alex Brand, Sophie Petroschka, Maurice Schlömer und Maximilian Keil stehen stellvertretend für die etwa hundert Lüdenscheider Sternsinger, die für uns die Lüdenscheider des Monats Januar sind.

LÜDENSCHEID - Bei Kälte und Nässe ziehen sie durch die Straßen, einen Tag, mehrere Tage. Allein in diesem Jahr kamen fast 23.000 Euro für Projekte in Tansania zusammen – daher sind die heimischen Sternsinger für uns die Lüdenscheider des Monats Januar.

Sie legen dabei so manchen Kilometer zurück und lassen sich von nichts und niemandem erschüttern. Jahr für Jahr bringen sie den Menschen den Segen „Christus segne dieses Haus“ und sammeln gleichzeitig Geld für bedürftige Kinder.

Maximilian, Alex, Sophie, Annika-Sophie und Miriam sind schon „alte Hasen“ – gehören trotz ihres jungen Alters schon seit Jahren zur Gruppe der Sternsinger in der Pfarrei St. Medardus. Und zwar aus Überzeugung: Schließlich haben die Sternsinger vor allem in der Gemeinde St. Paulus in Brügge – auch St. Joseph und Medardus, Maria Königin und St. Petrus und Paulus gehören zur Pfarrei – eine lange Tradition. Vor mehr als 40 Jahren von Hans Keil im Ort etabliert, kamen die Sternsinger damals nur „auf Bestellung“, weiß Sohn Christoph Keil. Er war damals mit seinem Bruder Thomas, der kürzlich überraschend verstorben ist, als Sternsinger unterwegs, heute begleitet er die Kinder auf ihren Touren. „Mittlerweile versuchen wir, alle Straßenzüge abzugehen, ganz nach dem Motto ‘So weit die Füße tragen’“, erzählt Nicole Lyra.

Und dabei kommen so manche Kilometer und hunderte Besuche zusammen. „Das ist schon richtig Arbeit“, wissen die Sternsinger – eine Arbeit, die sie aber auf keinen Fall missen möchten. „Einmal Sternsinger, immer Sternsinger“, lautet denn auch die Devise. Und so war der jüngste Teilnehmer in diesem Jahr gerade vier Jahre alt, der älteste 38 Jahre. „Es gibt einige Frauen in Ostendorf, die den Ortsteil schon als Kinder abgegangen sind. Und obwohl sie nun schon erwachsen und zum Teil selbst Mütter sind, lassen sie es sich nicht nehmen, als Sternsinger weiterzumachen“, weiß Bettina Keil.

Doch Jahr für Jahr finden sich natürlich auch neue Kinder, die sich vom Sternsinger-Fieber anstecken lassen. Ob Kindergarten-, Schul- oder Kommunionkinder, gleich welcher Konfession – jeder ist willkommen. So mancher konnte dabei schon „gelockt“ werden mit dem Versprechen, eine tolle goldene Krone tragen zu dürfen. Denn ohne das Königs-Kostüm, aber auch die traditionellen Lieder und Sprüche, geht bei den Sternsingern nichts. Kein Wunder, dass viele Lüdenscheider schon auf ihren Besuch warten und ganz traurig sind, wenn es in einem Jahr nicht klappt. Und das gilt für alle Glaubensrichtungen. „Auch viele türkische Bürger freuen sich, wenn wir vor der Tür stehen.“ Eine Spende und ein paar Süßigkeiten sind für die Kinder eine positive Begleiterscheinung, doch es geht ihnen um viel mehr: „Die Leute strahlen dann so“, weiß Sophie. Und Annika-Sophie ergänzt: „Man weiß, dass man etwas für andere macht. Das ist ein schönes Gefühl.“

Dass sie mit dieser Meinung nicht allein dastehen, erfuhren die Lüdenscheider einmal mehr bei der bundesweiten Entsendungsfeier in Würzburg, an der sie gemeinsam mit mehr als 2000 anderen Sternsingern teilnahmen. „Das war ein überwältigendes Gefühl – zu sehen, wie viele Kinder sich für etwas einsetzen.“ - Kerstin Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare