Sonneborn-Übernahme: Linke skeptisch und besorgt

Michael Thomas-Lienkämper.

Lüdenscheid - Mit großer Sorge und einer gehörigen Portion Skepsis reagiert die Partei Die Linke auf die Übernahme des Unternehmens Sonneborn durch die XXXLutz-Gruppe.

„Allein die Tatsache, dass die Belegschaft erst durch die Medien und im Rahmen einer Betriebsversammlung über die geplante Entwicklung informiert wurde, ist ein deutlich negatives Zeichen. Fair und sozial wäre es gewesen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter früh über anstehende Pläne zu informieren und sie soweit als möglich in einen Veränderungsprozess mit einzubeziehen“, erklärt Fraktionssprecher Michael Thomas-Lienkämper.

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Ob die Belegschaft vor diesem Hintergrund mit einem guten Gefühl dem neuen Arbeitgeber gegenüber stehe, sei nicht wirklich vorstellbar. „Zudem gelten die Arbeitsplatzgarantien zwar formal für alle bestehenden Arbeitsverhältnisse, verbunden jedoch mit der Auslagerung von Teilbereichen nach Würzburg.“ Hierstelle sich nun die Frage, ob bei der Zusammenlegung im Rahmen sogenannter Synergieeffekte doch Personal abgebaut werden solle; ferner die Frage, welcher von den Betroffenen aus Lüdenscheid nun nach Würzburg ziehen wolle oder überhaupt könne. „Letzteres um so mehr, weil – und das dürfte größtenteils der Fall sein – ganze Familien von dieser Entwicklung betroffen sind.“ Insofern berge die geplante Übernahme auch einen großen sozialen und familiären Sprengsatz.

Letztendlich verdränge einmal mehr ein Großkonzern mit seinen Gewinnerwartungen einen heimischen Mittelständler – auch eine Form von „Heuschreckentum“. Wenn man dann noch bedenke, dass es sich um einen niedrigpreisigen Anbieter handele, sei davon auszugehen, dass diese Preise nur auf dem Rücken anderer Menschen ausgetragen werden könnten, um sie zu erzielen.

„Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre dieser, dass das Kartellamt zum Vorhaben ,Nein’ sagt. Dem Haushalt der Stadt Lüdenscheid käme dies natürlich auch zugute.“ - my

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