„Du gehst mich an“ im Rathaus eröffnet

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Konfirmanden der Kirchengemeinde Rathmecke-Dickenberg setzten sich am Nachmittag bereits mit den Exponaten der Ausstellung auseinander.

LÜDENSCHEID - Konzipiert ist die Ausstellung für Schulklassen, Jugendgruppen, Gemeindegruppen oder auch Konfirmanden: Am Nachmittag wurde im Rathausfoyer „Du gehst mich an“ eröffnet, eine Ausstellung der Ev. Kirche Westfalens in Kooperation mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Westfalen und Lippe.

Zu sehen ist eine vierteilige Wanderausstellung auf Stelltafeln. Die Tafeln zeigen einen Einblick in das Leben der jüdischen Gemeinden Westfalens heute, aber auch die Hintergründen der Schoah in Schrift und Bild. Die Geschichte und die Ergebnisse des jüdisch-christlichen Dialogs werden ebenso dargestellt wie in einem vierten Teil die Herausforderungen und Perspektiven, die dieser Dialog mit sich bringt, um ein neues Verhältnis zwischen Juden und Christen zu erreichen.

Erfreut zeigte sich Katharina Thimm (Schulreferat des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg) vor allem darüber, dass so viele junge Menschen zur Eröffnung einer Ausstellung kamen, „über der jetzt schon Frieden liegt“. Auch Bürgermeister Dieter Dzewas betonte mit Blick auf die Jugendlichen, die während der Eröffnung bereits mit Erkundungsbögen durch die Ausstellung bummelten, dass diese Präsentation an Lebendigkeit kaum zu überbieten sei. Er hoffe, dass dies in den kommenden Tagen anhalte. Superintendent Klaus Majoress und Hagay Feldheim als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hagen sprachen ihrerseits Grußworte. Für die musikalische Untermalung sorgten Yasmin Alijah und Burkhard Waimann.

Der „Engel der Kulturen“ wird am Freitag als weiteres Zeichen der Annäherung und des Dialogs vor dem Alten Rathaus in den Boden eingelassen. Die Aktion ist eingebettet in die Gedenkveranstaltung am Freitag, die um 16 Uhr an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge (Rückseite der Stadtbücherei, Corneliusstraße/Wendeplatz) beginnt.

Lange bevor der „Engel“ in der Wilhelmstraße verlegt wird, ist er schon am Bergstadt-Gymnasium angekommen. Die Klasse 6c arbeitet, so Lehrerin Viola Hummel, mit viel Freude an einer Gemeinschaftsarbeit zum „Engel der Kulturen“. Nachdem sich die Klasse durch Referate Kenntnisse über die Abrahams-Religionen erworben hat, arbeitet sie jetzt im Kunstunterricht kreativ mit den Symbolen der Religionen. Obwohl die Aufgabe nicht einfach ist, sind die Schüler eifrig dabei, jeweils Stern, Kreuz und Halbmond miteinander in Verbindung zu bringen, und zwar als Linolschnitt. Die Einzelarbeiten, die achteckig und etwa 20 mal 20 Zentimeter groß sind, werden später zu einem Gesamtwerk zusammengesetzt. In die durch das Zusammensetzen entstehenden kleinen Quadrate soll dann das Logo des BGL eingefügt werden. Natürlich wollen die Schüler dabei sein, wenn der „Engel“ ins Pflaster der Wilhelmstraße verlegt wird. Ab 16 Uhr können sich auch weitere Schüler an der Gedenktafel für die ehemaligen jüdischen Mitbürger Lüdenscheids beteiligen, wenn der „Engel“ als Sandbild entsteht. Nach dem Verlegen der Intarsie in der Wilhelmstraße ist ihre Mithilfe dann noch einmal gefragt, wenn der „Engel“ für die nächste Stadt ausgebrannt wird. - rudi

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