2,7 Millionen Euro mehr: Warum der Personalrat der Stadt trotzdem Kritik übt

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Das Personal der Stadtverwaltung und der Feuerwehr kostet im neuen Jahr etwa 2,7 Millionen Euro mehr als zuvor.

Lüdenscheid - Die Stadt wird im Haushalt 2020 rund 2,7 Millionen Euro mehr für Personalkosten einplanen. Der Personalrat sieht die Entwicklung dennoch skeptisch.

Zum vierten Mal in diesem Jahr liegt den Fraktionen des Stadtrates eine Änderung des Stellenplans vor. Das geht aus der Rede des Stadtkämmerers, Dr. Karl Heinz Blasweiler, zur Einbringung des Verwaltungsentwurfs zum Haushalt 2020 hervor. 

Die zahlreichen Veränderungen – „in den meisten Fällen: Ausweitungen“ – bedeuten für die Stadt eine drastische Steigerung der Personalkosten: im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Millionen Euro auf insgesamt 56,8 Millionen Euro. 

Der Personalrat der Stadtverwaltung übt dennoch deutliche Kritik an der Personalpolitik der Verantwortlichen. In einer Stellungnahme der Vorsitzenden Christina Padovano heißt es unter anderem: „Alle Problematiken, die vom Personalrat in den letzten vier Jahren aufgezeigt wurden, haben sich nicht geändert.“ 

Im Gegenteil habe sich die Situation „durch fehlende Gegenmaßnahmen noch verschärft“. Weiter schreibt die Personalratsvorsitzende: „Trotz der Stellenausweitungen der letzten Jahre erfährt die Mehrheit der Belegschaft gefühlt keine Entlastung.“ 

Die „theoretische Entlastung durch zusätzliche Stellen“ werde immer wieder „durch Krankheitsausfälle, ungeplante Abwanderung, unvorhergesehene weitere Vakanzen und vor allem durch starke Verzögerungen bei den Stellenbesetzungen durch den immer weiter fortschreitenden Fachkräftemangel von der Realität eingeholt“. 

Einerseits ist die Ausweitung der Ausbildung im Rathaus nach Einschätzung des städtischen Personalrats „gut“. Andererseits müssten Auszubildende gut betreut werden. Padovano: „Und das benötigt Kapazitäten, die bei den bereits knappen Ressourcen nicht mehr vorhanden sind.“ 

Außerdem könne sich die Stadt „keine befristeten Einstellungen von qualifiziertem Personal mehr leisten“. In der Stellungnahme heißt es dazu: „Auf befristet ausgeschriebene Stellen bewirbt sich niemand mehr, vorhandenes befristetes Personal wandert aufgrund der persönlichen Unsicherheit ab.“ 

Neu ist die Problematik für den Personalrat offenbar nicht. Die Stellungnahme Christina Padovanos ist überschrieben mit dem Satz: „Und jährlich grüßt das Murmeltier.“

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