An Stelen durch Lüdenscheids Denkfabrik

LÜDENSCHEID - Damit auch Ortsfremde alle Glanzlichter der Denkfabrik rund um den Bahnhof finden können, erdachten die Kreativen der Lüdenscheider Agentur David & Goliath ein Wegeleitsystem mit Stelen. Daran sollen Besucher möglichst leicht ablesen können, wie es zur nächsten Attraktion geht.

Ungeteilt war bei der Vorstellung im jüngsten Planungs- und Bauausschuss die Zustimmung zur modernen Optik, allerdings gab es auch massive Bedenken zu Lesbarkeit und Übersicht.

Matthias Czech von David & Goliath bedankte sich eingangs dafür, dass eine heimische Kreativagentur den Auftrag erhalten hatte: „Wir leben selbst in dieser Stadt und haben uns besonders intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.“ Bei der ausgewählten Schrift für das Leitsystem sei es um ein hochwertiges Erscheinungsbild gegangen, aber auch um raumsparende Lettern, um die teils langen Titel auf den nur 80 Zentimeter breiten Stelen unterbringen zu können. Die Farben für die Übersichtskarte seien so gewählt worden, dass vor einem schwarzen Hintergrund alles Wichtige, darunter auch Hinweise auf beschwerliche Steigungen, sofort erkennbar sei. Auf Folie gezogen, seien die Pläne bei Veränderungen ohne großen Aufwand auszutauschen.

Scharfe Kritik an der Schriftart, die er gar als „Zumutung“ bezeichnete, übte CDU-Ratsherr Rüdiger Wilde. Zwar sei das Design der Stelen klasse. „Aber keiner, der auch nur etwas schwachsichtig ist, kann diese Schrift vernünftig lesen“, empfahl er etwa die Schriftart Helvetica. Zudem enthalte der Stadtplan darunter zu viele Informationen, und das Kleingedruckte unten könne nur lesen, wer sich tief bückt.

Matthias Czech verteidigte den Entwurf: Die Schrift müsse den vorhandenen Platz berücksichtigen, und jeder halbwegs aussagefähige Plan müsse etwas komplexer sein. Zusätzlich könne er mittels QR-Code am unteren rechten Rand des Schriftfeldes auf Smartphones übertragen werden – ein Weg, auf dem sich ohne zusätzliche Beschriftung der Stelen auch mehrsprachige Informationen unterbringen ließen.

Jens Holzrichter (FDP), Vorsitzender des Bauausschusses, lobte die moderne Optik der Stelen, die indes noch veränderbar ist. Was er sich wünsche, sei die Unterscheidbarkeit der herausgehobenen Straßenzüge nach ihrer Befahrbarkeit: „Hier sehen zum Beispiel Wilhelmstraße und Sauerfeld gleich aus.“

Die Frage nach möglichen Aktualisierungen durch Folien stellte Jens Voß (SPD): „Hier steht etwa die Musikschule noch am alten Platz, was sich ja bald ändern soll.“ Worauf Wakup, dessen Partei sich für den Verbleib in der Innenstadt einsetzt, schmunzelnd entgegnete: „Das ist ja gerade unser Trick. Was da einmal draufsteht, darf nicht mehr umziehen.“ J hgm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare