Stefanie Schröder liest im „Kleinen Prinzen"

Elf Autoren sind an dem mörderischen Werk beteiligt. Die Lüdenscheiderin Stefanie Schröder (oben links) liest nächsten Freitag ihre Geschichte im „Kleinen Prinzen“.

Lüdenscheid - Es ist dunkel, und es riecht nach Apfelmus und Vanillepudding. Ein Familienessen im Kellergewölbe des „Kleinen Prinzen“. Die klassische „Keiner-mag-den-anderen-wirklich“-Familie trifft sich ostentativ und kehrt die heile Welt nach außen.

Kleiner Schönheitsfehler am Rande: Der namenlose „Ich“-Erzähler der Geschichte sinkt urplötzlich tot in sich zusammen. Ein Brieföffner beendet sein Leben auf der Bank im Kellergewölbe. Ermordet: „Und ich wusste noch nicht einmal von wem. Oder warum.“

Die Lüdenscheiderin Stefanie Schröder schreibt Krimis mit dem Hauch des Fantastischen. Ihre Geschichte ist die letzte in der neu aufgelegten Anthologie „Mord im Denkmal“, die die Krimiwerkstatt der VHS Volmetal herausgegeben hat. Ihr Tatort: Das Café an der Luisenstraße, genauer gesagt, der Keller, in dem regelmäßig Essen im Dunkeln stattfinden. „Black Story“ hat sie ihre Geschichte genannt, vorlesen wird sie am Freitag, 25. September, ab 19 Uhr am „Tatort“.

Nach dem Buch „Mord im Museum“ hat die Schreibwerkstatt nun ihre literarischen Tatorte in die Denkmäler im Märkischen Kreisgebiet verlegt. Insgesamt elf Autoren beteiligen sich an der Neuauflage, von der bereits eine Reihe mit sieben Geschichten erschienen ist. „Die restlichen vier haben wir jetzt angliedern und das Buch neu auflegen können“, so die Leiterin der Schreibwerkstatt, Marion Görnig, im Gespräch. Die Burg Altena, die Villa Ohl in Wipperfürth, die historische Brennerei in Rönsahl, Burg Pungelscheid – geheimnisumwobene Orte gibt es genug, in denen man sprichwörtliche Leichen im Keller hat. An vielen dieser Orte haben die mordenden Schriftsteller schon gelesen. Verkauft werden die Bücher nur an den „Tatorten“. So wird am Abend des 25. September im „Kleinen Prinzen“ das Buch „Mord im Denkmal“ für elf Euro zu haben sein.

Geplant ist ein spannender Abend. Stefanie Schröder wird im Café selbst lesen, die Geschichte wird per Tonanlage ins Kellergeschoss übertragen. Dort können die Gäste nach Wunsch an einem Blind Crime Dinner teilnehmen. Zwischendurch gibt’s Musik und Pausen. „Die Lesung sollte wohl eine gute Stunde dauern“, sagt Marion Görnig, deren „Tatort“ die Heesfelder Mühle ist. Dort bot sie literarisch „Die letzte Seánce“. Der Eintritt zur Lesung ist frei, das Abendessen im Dunkeln kostenpflichtig.

Stefanie Schröder (30) beschäftigt sich mit dem Schreiben von Geschichten seit dem 17. Lebensjahr. Genauso lange ist sie schon Mitglied in der Geschichtenschmiede der VHS Volmetal, blieb ihr als Studentin treu und auch, als sie später als Journalistin arbeitete. In jüngsten Zeit arbeitete sie mit dem Jugendkulturbüro zusammen, um junge Lüdenscheider zu ermutigen, selbst zur Feder zu greifen. In den Sommerferien begleitete sie eine Schreibwerkstatt im Rahmen des Sommerleseclubs.

Mit der Lesung im „Kleinen Prinzen“ ist das Projekt „Mord im Denkmal“ abgeschlossen. Das nächste steht schon in den Startlöchern: „Wir wollen uns mit Kunst-Krimis auseinandersetzen“, verrät Marion Görnig, „da gibt’s ja zwischen Plagiaten und Raubkopien jede Menge mörderisches Potenzial.“

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