Mit 94 statt 50 km/h zum "Tagessieg"

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Der Blitzmarathon ist seit Mittwoch, 6 Uhr, beendet, die Vorbereitungen für die nächste Aktion laufen schon.

Lüdenscheid - „Es hat auf jeden Fall viel gebracht.“ Der Chef der Verkehrsdirektion, Bernd Scholz, ist überzeugt vom positiven Effekt des 24-Stunden-Blitzmarathons, der am Mittwochmorgen zu Ende ging. Die „Feststellquote“ der Temposünden habe in der Kreisstadt bei vier Prozent gelegen.

Von Olaf Moos

„Normal sind acht bis zehn Prozent.“ Im September oder Oktober soll die Aktion wiederholt werden – und dann bundesweit laufen.

Die Tatsache, dass die Autofahrer vorgewarnt waren, schmälert den Erfolg des Blitzmarathons aus Scholz’ Sicht nicht. „Unser Ziel war es nicht, die Einnahmen zu erhöhen, sondern die Verkehrsteilnehmer für das Thema zu sensibilisieren.“

Und das geringe Verkehrsaufkommen habe auch damit zu tun, dass die Polizei sich bei der Auswahl der Kontrollstellen diesmal an den Wünschen der Bürger orientiert habe. „Und das waren halt in erster Linie Wohnstraßen.“ Beispiel: In sechs Stunden Kontrolle an der Paracelsusstraße kontrollierten die Beamten gerade einmal sieben Fahrzeuge.

Innerhalb von 24 Stunden aber kreuzten 771 Autofahrer in Lüdenscheid den Messwinkel der Radargeräte. Davon waren 31 schneller als erlaubt unterwegs. Außerdem erwischten die Polizisten nur einen einzigen Autofahrer, der nicht angeschnallt war. Mit einem Fahrverbot reagierte die Polizei im Falles eines Autofahrers, der statt der zugelassenen 50 km/h mit Tempo 94 auf der Talstraße unterwegs war – was ihm den „Tagessieg“ einbrachte.

Für die Polizeibeamten stellte der Blitzmarathon in puncto Arbeitszeit laut Scholz keine große Mehrbelastung dar. Die Einsätze an den Kontrollstellen seien an den Schichtdienst angepasst worden. An zwei Messpunkten – Talstraße und Versedamm – hätten im übrigen Beamte der Bereitschaftspolizei Unterstützung geleistet.

Auch wenn der nächste 24-Stunden-Blitzmarathon im Herbst wieder vorher angekündigt wird und die Autofahrer sich auf die Aktion vorbereiten können, sollten sie sich nicht in Sicherheit wiegen. Denn überraschende Einsätze gegen Temposünder – auch an gut versteckten Messpunkten – werden zwischendurch immer wieder stattfinden. Polizeioberrat Bernd Scholz: „Wir machen natürlich beides.“

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