TonArt

Statt Fangesängen: Chor probt auf Stadiontribüne

Chorleiterin Maidi Langebartels ist erfreut über die sympathische Atmosphäre am Nattenberg in Lüdenscheid, kann aber bei ihren Sängerinnen und Sängern aufgrund der vielfältigen Ablenkungen rundherum nicht wirklich Leistungen abrufen.
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Chorleiterin Maidi Langebartels ist erfreut über die sympathische Atmosphäre am Nattenberg, kann aber bei ihren Sängerinnen und Sängern aufgrund der vielfältigen Ablenkungen rundherum nicht wirklich Leistungen abrufen.

Wenn es derzeit donnerstags auf der Tribüne des Nattenberg-Stadions laut wird, dann handelt es sich nicht um Fangesänge, sondern um eine Probe des gemischten Chores „TonArt“ im MGV Othlinghausen unter der Leitung von Maidi Langebartels.

Lüdenscheid – Die Stadt hat den Sängerinnen und Sängern gestattet, ihre Chorstunden an diesem ungewöhnlichen Ort durchzuführen. Dort hat Chorleiterin Maidi Langebartels sogar Zugang zu einer Stromquelle, um ihr Keyboard anschließen zu können.

Ihren bisherigen Probenort, die Gaststätte Bräker, kann der Chor, auch aufgrund des zu engen Raumes angesichts der Corona-Pandemie, nicht nutzen. Deshalb sind die „TonArt“-Mitglieder für ihren neuen Probenraum im Freien auch sehr dankbar, auch wenn es recht speziell sei, wie die Chorleiterin augenzwinkernd feststellt. „In einer Ecke des Stadions probt eine Gruppe älterer Menschen für das Sportabzeichen. Mittig auf dem Rasenplatz trainieren junge Männer lautstark und fröhlich ihre Fitness. In einer anderen Ecke macht ein junger Trainer Sportspiele mit einer Schar Kinder. Sportlich gestylte junge Mädchen ziehen ihre Bahn – und lenken meine Sänger ab. Denn wir sind bei unseren Chorproben im Nattenberg-Stadion mittendrin und genießen das fröhliche Miteinander.“

Zwar könne eine Chorleiterin an diesem Ort keine Leistungen abrufen, da mitten in ein zartes Lied ein Startschuss falle und der Wind immer wieder ihre Noten umblase, meint Maidi Langebartels, doch alle seien froh, endlich wieder gemeinsam singen zu dürfen.

Wie lange sie ihrem Hobby jedoch noch gemeinsam nachgehen können, ist ungewiss. Die Sorge bleibe, was im Herbst und Winter passiert, wenn die Witterungsbedingungen ein Proben im Freien trotz der überdachten Tribüne nur noch schwer oder gar nicht mehr ermöglicht. „Wir hätten eine Probe-Möglichkeit in der Brügger Vereinshalle gehabt und haben dort auch tatsächlich ein paar mal geprobt, doch die Flutkatastrophe, die die Vereinshalle voll getroffen hat, machte uns da einen Strich durch die Rechnung“, erklärt Stefan Schmid, 2. Vorsitzender des MGV Othlinghausen.

Derzeit probte der gemischte Chor „TonArt“ an der frischen Luft auf der Tribüne im Nattenberg-Stadion.

Jörg Skorupa, Vorsitzender des Stadtchorverbandes, ergänzt: „Ich glaube nicht, dass die Halle in diesem Jahr wieder nutzbar gemacht werden kann bei den Schäden, die dort entstanden sind.“ Somit sind der MGV Othlinghausen und der ihm angegliederte Gemischte Chor „TonArt“ derzeit noch auf der Suche nach einer Indoor-Probemöglichkeit, was gar nicht so einfach ist. „Viele Säle, die eine Probe unter den derzeitigen Hygieneregeln ermöglichen würden, sind für uns einfach zu teuer“, sagt Stefan Schmid. „Ein Verein wie wir kann es sich einfach nicht leisten, für einen Probenabend 70 oder gar 100 Euro an Raummiete zu zahlen.“

Deshalb setzen die Sängerinnen und Sänger nun wieder auf die Stadtverwaltung, wo sich derzeit der 1. Vorsitzende des MGV Othlinghausen, Michael Baumann, nach einer möglichen Indoor-Probemöglichkeit erkundigt. „Vielleicht ergibt sich ja etwas in einer Schulaula oder einem der Nebensäle des Kulturhauses“, hofft Maidi Langebartels.

Grundsätzlich können nach den derzeitigen Hygieneregeln Chorproben in Innenräumen wieder stattfinden, und andere Gesangvereine aus der Bergstadt, so die Chorleiterin, hätten bereits Lösungen für Indoor-Proben gefunden. Auch der Umstand, dass praktisch alle Sängerinnen und Sänger des MGV Othlinghausen und des Gemischten Chores „TonArt“ durchgeimpft sind, sorge für Zuversicht unter den Chormitgliedern, bis zum Herbst noch eine Probe-Möglichkeit zu finden. Bis dahin nutzen die Sängerinnen und Sänger weiterhin die Tribüne des Nattenberg-Stadions, und genießen beim Singen das Gefühl, an der frischen Luft durchatmen zu können.

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