Vermittler für Autohändler

Start-up aus MK: Pkw now ist eine Auktionsplattform für Autos

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Geschäftsführer Rick Cebulla (rechts) gründete sein Unternehmen Pkw Now vor fünf Jahren.

Lüdenscheid - Ebay für Autos? Nicht ganz, aber so ähnlich ist sich die Auktionsplattform Pkw Now vorzustellen, die das Unternehmen des Lüdenscheiders Rick Cebulla betreibt.

Markengebundene Autohäuser bieten darüber Autos an, die sie nicht mehr an den Endkunden verkaufen können, zum Beispiel, weil sie keine Garantie mehr geben können, der Wagen zu viele Kilometer gefahren hat oder das Fahrzeug nicht mehr in das Produktportfolie des Autohauses passt. Pkw Now fungiert dabei als Vermittler, um die Autos seriös an Autohändler weiterzuverkaufen. „Früher haben die Autohäuser Händler in der Umgebung kontaktiert, um solche Autos an sie zu verkaufen. Durch unsere Plattform ist eine bundesweite Auktion möglich“, sagt Rick Cebulla.

Die Idee zu seinem Unternehmen kam dem Geschäftsführer durch seinen eigenen Berufsweg. Zuerst erlernte der Lüdenscheider den Beruf des Kfz-Mechanikers, absolvierte dann eine Ausbildung zum Automobilkaufmann und war zwei Jahre als Verkäufer tätig. In diesem Beruf hatte er bereits Berührungspunkte mit dem Handelsgeschäft. Denn auch sein Arbeitgeber hatte Autos, die nicht mehr an Privatkunden verkauft werden konnten, an Händler in der Umgebung verkauft. Cebulla fragte sich, ob das nicht besser gehe, und machte sich als Dienstleister für Autohäuser selbstständig. Fünf Jahre lang sammelte er damit Erfahrung, bevor er sein Unternehmen Pkw Now gründete.

Pkw Now hat 17 Mitarbeiter in Deutschland

Mittlerweile beschäftigt Pkw Now 17 Mitarbeiter in ganz Deutschland, neun von ihnen arbeiten in Lüdenscheid, Angestellte, die die Fahrzeuge bewerten, bevor sie auf die Plattform gestellt werden, sind bundesweit tätig und es gibt eine Zweigstelle in Süddeutschland, in der Nähe von Nürnberg. „Wir sind immer wieder auf der Suche nach neuen qualifizierten Mitarbeitern, vor allem aus der Automobilbranche oder Webentwickler“, sagt Rick Cebulla. Zudem wolle man in der Zukunft auch auf dem europäischen Markt tätig werden.

In erster Linie richtet sich Pkw Now an Autohäuser und -händler, die sich zuerst registrieren müssen. Danach kontrolliert Pkw Now, ob der Betreffende ein Gewerbe für Autohandel betreibt, um dessen Seriosität zu prüfen. Darüber hinaus helfe Pkw Now Privatkunden, die ihr Auto verkaufen möchten. Dafür gebe es bisher keine Plattform, weshalb dies nur regional möglich ist. „Wir bewerten das Auto und stellen einen Marktplatz zum Verkauf zur Verfügung“, erklärt Sales Manager Sebastian Henseleith. 4000 Händler sind der Plattform mittlerweile angeschlossen und 15 000 Fahrzeuge werden in einem Jahr angeboten, wovon 10000 bis 12 000 verkauft werden, berichtet Rick Cebulla.

Vor der Auktion werden die Autos begutachtet.

Der Prozess: Die Autohäuser, die zu den Kunden zählen, werden einmal in der Woche abgefragt, wie viele Autos an ihren verschiedenen Standorten aufgenommen werden sollen. Am folgenden Werktag fährt dann ein Mitarbeiter raus, um die Autos zu bewerten. Das heißt, er lässt sich vom Autohaus die Daten über das Fahrzeug geben, wie Schäden und Reparaturen, macht eine Rangierfahrt und hält den Zustand des Autos anhand von Fotos fest und kontrolliert, ob etwas nachlackiert wurde. „Es werden möglichst viele Informationen über das Auto gesammelt, um dieses bestmöglich zu präsentieren“, sagt Sebastian Henseleit.

Der Mitarbeiter dokumentiert die Autos und pflegt die Fahrzeuge in das System des Unternehmens ein, also inseriert sie. Dann wird ein Termin für die Auktion abgestimmt. Es kann zwischen einer dynamischen Auktion – ähnlich wie bei Ebay bieten die Händler und können auch sehen, was andere bieten – und einer verdeckten Auktion, bei der die Händler nur ihr Maximalgebot abgeben, entschieden werden. Das Unternehmen, gibt dem Kunden eine Empfehlung, welche Methode in dem Fall am sinnvollsten sei. Ist der Hammer bei der Auktion gefallen, muss das Autohaus eine Entscheidung treffen, ob der gebotene Preis passt. Falls nicht, nennt das Autohaus einen Preis und der Höchstbietende sowie der Zweite werden kontaktiert, ob sie diesen Preis zahlen würden. Kommt man auch dann nicht überein, wird das Fahrzeug zu einem festen Preis auf eine Sofortkaufliste gesetzt, sagt Henseleith.

Da die meisten Autohäuser wenig Platz zur Verfügung haben, muss der Verkauf möglichst schnell über die Bühne gehen. Dafür können die Kunden eine Zusatzdienstleistung buchen, zum Beispiel, dass Pkw Now das Auto abholt und auf einem Platz der Firma zwischenlagert.

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