„Die Nacht der Musicals“ hält das Publikum in Atem

Der Wandelbare: Alexander Kerbst trieb als „Sweet Transvestite“ auf der Bühneseine Späße.

LÜDENSCHEID - Eine Show, die das Publikum in Atem hielt und am Ende von den Sitzen riss: „Die Nacht der Musicals“ der Broadway Musical Dance Company im Kulturhaus. Das Ensemble schien auch seinen Spaß an der Begegnung mit dem Lüdenscheider Publikum gehabt zu haben: Zwei Zugaben gewährte es nach kräftezehrender Show.

Als „erfolgreichste Musicalgala aller Zeiten“ apostrophiert, ist eine Folge von Melodien aus erfolgreichen Musicals zunächst einmal nichts Neues, wohl aber der Schlüssel zum Erfolg. Letzteren haben sich Macher und Akteure dieser Show im Schnellgang mit redlichem Handwerk und klugen Einfällen verdient. Das Bühnenbild ist reduziert auf spitze Dreieckssegel sowie drei Projektionsflächen auf einem begrenzenden Hänger im Hintergrund. Üppige Tonanlage und eine ausreichende Lichtanlage gehören zum Equipment. Das Lightdesign geht auf die Basics aus alten Zeiten der Lichtführung ein. Einfache Steuerung der Stimmung über Farben, Spielereien mit dem Bodenlicht inbegriffen. Hinzu kamen als zentrales Element führende Lichtkegel, mal voll, mal gebrochen. Häufig markierten die ruhenden Lichtkegel auch die Positionen der Akteure vor.

Mitten hinein ins Vergnügen setzte es reichlichst Theaternebel, je mehr, desto besser. Damit war alles bereit für den Einsatz von Musik und Ensemble. Einstieg mit „Carpe Noctem“ aus dem „Tanz der Vampire“ – da passte das garstige Wetter draußen vor der Tür. Kurz darauf, bei „I Love Rock’n Roll“ aus dem Musicalfilm „Rock of Ages“ kam erstmals das Publikum ins Spiel, klatschte begeistert mit. Gotische Fensterform auf den Projektionsflächen im Hintergrund, schon ging es hin zu Melodien aus „Phantom der Oper“.

Britta A. Halder konnte in „Memory“ aus „Cats“ spielerisch leicht ihre Höhe ausspielen. Die quirlige Sängerin vermochte auch als Mimin in köstlich komödiantisch angelegter Gesangsrolle mit „Cabaret“ zu glänzen. Der Wandelbare: Alexander Kerbst brachte als Falco den Saal zum Kochen, trieb als „Sweet Transvestite“ auf der Bühne wie im Publikum seine Spielchen mit einer soliden wie wandelbaren Stimme. Dale Tracy stelzte bisweilen unbeholfen über die Bretter, riss mit seinem strahlenden Tenor jedoch ein ums andere mal hin. Die pfundige Kathy Savannah Krause ließ immer wieder mit höchst musikantischer Art des Gesangs dahinschmelzen. An einigen Stellen war die Show zu laut ausgesteuert. Mit Vollgas, witziger tänzerischer Szenerie und Elan agierten dazu die acht Tänzer der Broadway Musical Dance Company. Eine energiegeladene Truppe und eine starke Choreographie waren mit entscheidend für das überzeugende Gastspiel. Logische Folge war die Zugabe „The Show Must Go On“ (Queen). - usc

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