Ein Lüdenscheider über seine Sammelleidenschaft

"Star Wars - Der Aufstieg Skywalkers": Wie Weihnachten für Mega-Fan aus Lüdenscheid

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Dream-Team: Chewbacca und Han Solo mit Thomas Fuchs.

Lüdenscheid - Der Weg in die Thomas-Fuchs-Galaxis führt über eine stilechte Fußmatte: Best in the Galaxy steht da auf einem Schattenriss des Millennium Falcon. Neben dem legendären Raumschiff: Falken-Pilot Han Solo mit gezückter Waffe. 

Das war eine umgebaute Mauser C96, aufgemotzt als Blaster für den Krieg der Sterne, weiß der Hardcore-Fan. Natürlich weiß er das. 20 Jahre Leidenschaft für die Saga haben ihre Spuren hinterlassen. In der Wohnung und im Leben.

Ehefrau Carola teilt ihr Leben wohlwollend auch mit den Science-Fiction-Charakteren, verbannt die guten Jedi und die bösen Sith jedoch ins Wohn- und Kinderzimmer. So viel Ordnung muss sein. Aber den Star-Wars-Weihnachtsbaum, den hat sie zwei Stunden lang allein aufgebaut – „und nur gelacht“.

Weihnachten wird übrigens unterm neuen, limitierten Star-Wars-Baum aus Japan gefeiert.

Für ihren Mann beginnen die Festtage jedenfalls schon heute, mit dem Bundesstart von „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“. Karten hat er seit Wochen. Die erste Vorstellung weit und breit zu sehen, ist Ehrensache: Um 11 Uhr im IMAX des UCI Bochum wird er das letzte Kapitel dieser Saga aufschlagen. „Für mich endet das jetzt“, sagt der Han-Solo-Fan.

Natürlich wird es weitere Filme geben. Auch für den Disney-Konzern, der das Imperium 2012 gekauft hat, soll sich der Deal lohnen. „Doch Han Solo war einfach der Coolste. Ich war vom ersten Tag an begeistert“, sagt Fuchs. Mit Episode 9 sei die Geschichte abgeschlossen. Das ist gut so, denn an die Wohnzimmerwand passt schon jetzt kein weiteres Filmplakat mehr. Vermutlich wird ein Borussen-Rahmen weichen müssen. Denn jeder zweite Herzschlag gilt dem Fußball. Dann sind da noch seine Oldtimer, in denen auch eine gehörige Portion Star Wars steckt.

Das Plakat zum neuesten Film muss auch noch ins Wohnzimmer. Nur wohin?

Und das kam so: Im Jahr 2000 begann die Sammelleidenschaft des Werkzeugmachermeisters. Nach einer Knie-OP hatte der heute 50-Jährige Langeweile und erinnerte sich an die Helden seiner Kindheit. Mit acht Jahren hat er 1977 den ersten Star-Wars-Film gesehen. „Das Merchandising wurde da quasi mit erfunden. Das war alles revolutionär“, erinnert er sich. Aus den Spielzeugen seiner Kindheit waren Sammelobjekte geworden.

Nach und nach erstand er alle 3 ¾ -Zoll-Figuren, kaufte Raumschiffe, Laserschwerter. Chewbacca mit grünlich schimmernder Original-Armbrust und Darth Vader von 1978 mit Plastikmantel (ohne Risse) – dank der Sammelführer weiß der Fan, worauf er zu achten hat. Und dass ein noch „auf Karte“ verpacktes Stück fünfstellige DM-Preise erzielte. Die Merchandising-Flut der letzten Jahre hat mit diesen Ur-Spielzeugen nichts gemein – nicht der einzige Disney-Effekt in seinen Augen. „Als Leia in Episode 8 wie Mary Poppins durch den Weltraum fliegt – das war albern. Das fand ich nicht witzig. Das war Disney“, sagt der Purist. Und hofft, dass ihm solche Scherze heute erspart bleiben. 

Aufnäher aus der ganzen Welt zieren die Fan-Jacke. Darunter ist schon der neueste Schriftzug (unten rechts).

Die eigene Sammlung ist längst Geschichte. „Irgendwann“, erzählt er, habe ich mich gefragt: ‘Was ist mir wichtiger? Figuren von 1978/79 im Karton zu haben oder die Oldtimer?’“ Also floss die Sammlung – „das waren bestimmt 5000 Teile“ – zurück auf den Markt. Und der Erlös in die nächste Leidenschaft, eine mit Außenwirkung: alte Autos. Was noch im Regal, an den Wänden und als Kissen in der Sofaecke geblieben ist, habe mit echtem Sammeln nichts mehr zu tun, sagt er. Eher mit der ungebrochenen Macht der Faszination.

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