„Standort mit Risiken“: Solarstrom von Mülldeponie in Lüdenscheid

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Noch keine Sonne in Sicht: Ob auf der einstigen Mülldeponie irgendwann mal eine Fotovoltaikanlage entstehen wird, ist unklar.

Lüdenscheid – Auf einer stillgelegten Mülldeponie mit Schadstoffen im Inneren entsteht eine Fotovoltaikanlage zwecks ökologischer Energiegewinnung. Aus Sicht vieler Umweltschützer wäre ein solches Szenarium wohl Ausdruck einer wünschenswerten Zeitenwende. Ob es auf der einstigen Müllkippe in Lüdenscheid-Kleinleifringhausen irgendwann so kommt, steht allerdings in den Sternen.

Das war eine zentrale Botschaft bei der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung. Die Anregung, auf dem an der Autobahn gelegenen Gelände einen Solar-Park zu realisieren, hatte unlängst bekanntlich die Kreis-SPD gegeben. Zu dieser Idee äußerte sich bei besagter Sitzung Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Ihre Kernaussage: „Eine Fotovoltaikanlage in Kleinleifringhausen – das kann man machen, es ist aber für Investoren ein Standort mit Risiken. Doch ganz ausgeschlossen ist das nicht.“

Die hohen Hürden für ein solches Projekt ergeben sich dabei nicht nur aus der diagnostizierten Instabilität der Deponie und einer im Vergleich zu Nord- und Süddeutschland „eher geringen Solarstrahlung“ (wir berichteten). Auch die Abdeckung, die verhindern soll, dass Wasser in die Halde eindringt und bedenkliche Stoffe ins Grundwasser spült, darf laut Dienstel-Kümper „auf keinen Fall beschädigt werden“.

Dazu käme für einen potenziellen Solar-Investor eine komplizierte Eigentums- und und Rechtssituation. Die gestaltet sich grob betrachtet so: Das Areal, auf dem sich die frühere Deponie befindet, gehört der Stadt Lüdenscheid. Die aber hat das Gelände noch an die Abfallentsorgungsgesellschaft Märkischer Kreis (AMK) – Betreiberin der einstigen Deponie – verpachtet. Voraussichtliches Pachtende: 2035. Bei einem denkbaren Genehmigungsverfahren für eine Fotovoltaikanlage hätten auch der Märkische Kreis und die Bezirksregierung in Arnsberg ein Wort mitzureden. Verschwommene Perspektiven für eine Photovoltaikanlage also.

Derzeit ist auf der ehemaligen Deponie – sie wurde 2005 aufgegeben – die Stilllegungs- und Rekultivierungsphase im Gange. Eine Erd- und Grünschicht prägt dort momentan das Erscheinungsbild. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten sind Dienstel-Kümper zufolge noch technische Kontrollen und Sicherungsarbeiten vonnöten.

Eine Nachsorgephase auf dem Gelände soll sich bis 2050 erstrecken. In deren Zuge könnte auch ein Stück Natur nach Kleinleifringhausen zurückkehren. Dienstel-Kümper: „Irgendwann sollen auf dem Gelände mal Schäfchen weiden.“

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