Ständiger Krisenstab für Katastrophenfälle etabliert

Der erste Ernstfall für den neuen Krisenstab: In der Nacht auf Montag, 8. April, wird ein Lkw-Feuer an der Elbinger Straße zum Kanalbrand. Giftige Gase bringen 75 Menschen ins Krankenhaus.

Lüdenscheid - Seit einigen Monaten baut die Lüdenscheider Stadtverwaltung einen ständigen Krisenstab auf. Er soll dank klarer Aufgabenzuteilung und ständiger Fortbildung in Katastrophenfällen aller Art koordinierende Hilfestellungen leisten. Erster Einsatzfall war der Kanalbrand an der Elbinger Straße im April, bei dem Dutzende Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden mussten und ein Wohngebiet zu evakuieren war.

„Das hat alles in allem gut geklappt, aber man kann immer alles besser machen“, erklärte Petra Noack, die dem Stab als Leiterin des „Fachdienstes Rat und Bürgermeister“ angehört. So hätten bei der Evakuierung nur alphabetisch geordnete Namenslisten vorgelegen, besser wäre die Sortierung nach Straßen und Hausnummern gewesen. Auch die Information der Bürger hätte schon vorab mit Antworten auf Standardfragen bestückt sein können.

Probleme wie diese wurden jetzt in einer Grundlagenschulung für die rund 40 Stabs-Angehörigen angessprochen. Organisator war Martin Haase vom Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Seine Behörde erfüllt die wichtigste Funktion auf Seiten der Stadt, weitere fünf kommen hinzu: der Fachdienst Rat und Bürgermeister, der STL, die Zentrale Gebäudewirtschaft, die Pressestelle und ein Verbindungsbeamter der Feuerwehr. Zudem gibt es externe Funktionen. Sie vertreten den städtischen Krisenstab auf der Polizeiwache und – wie im Fall der Elbinger Straße – auch im Kreishaus. Als Motor des Stabes bezeichnete Noack eine untergeordnete Koordinierungsgruppe. Für jede Stabsfunktion seien drei Personen bestimmt, um Abwesenheiten oder nötige Ablösungen auffangen zu können.

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In der Schulung am Dienstag und Mittwoch stellte Jörg Weber die Aufgaben der Feuerwehr Lüdenscheid in Katastrophenfällen vor, Veit Mühlenkamp die Arbeit des Kreises, der seinerseits einen Krisenstab als Pflichtaufgabe vorhält. „Für uns sind dabei die Schnittstellen zu den Aufgaben der städtischen Seite besonders wichtig“, erklärte Bürgermeister Dieter Dzewas. Er ist von Amts wegen Leiter des Lüdenscheider Krisenstabs. In Abwesenheit vertritt ihn Fachbereichsleiter Wolff-Dieter Theissen.

Die Überlegung, statt bisher nur ereignisbezogen gebildeter Krisenstäbe auf der Stadtebene freiwillig einen festen Kreis zu schaffen, sei den zunehmenden Sturm- und Schneelagen geschuldet, sagte Dzewas. „Was an der Elbinger Straße geschah, war dagegen so einmalig, dass wir uns in einschlägiger Fachliteratur verewigt haben dürften.“

Petra Noack bestätigte, dass es im Rathaus auch schon einen Krisenstabsraum gibt. Dieser sei aber noch auszurüsten – mit Kommunikationstechnik oder Stellwänden für Lagepläne. Im Bunker des Kreishauses hätten die Lüdenscheider die dortigen Krisenstabs-Räume bereits besichtigt. Eine ähnliche, wenn auch weniger aufwändige Ausstattung wäre laut Noack auch im Rathaus sinnvoll.

Bilder vom Einsatz der Rettungskräfte an der Elbinger Straße:

Giftige Rauchwolke nach Lkw-Brand an Elbinger Straße

Bilder von den Aufräumarbeiten nach Rauchgas-Alarm an der Elbinger Straße:

Aufräumarbeiten nach Rauchgas-Alarm in Lüdenscheid

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