Eine lyrische Welt aus aus Wollfäden

Die Ausstellung der Künstlerin Lieselotte Ellenbeck-Hembeck wurde am Abend eröffnet.

LÜDENSCHEID - Rüstig, couragiert und kreativ – drei Adjektive, die passender nicht sein könnten für eine kleine, agile Frau, die am Abend aus Bad Kissingen nach Lüdenscheid reiste. Die 98-jährige Künstlerin Lieselotte Ellenbeck-Hembeck ließ es sich nicht nehmen, höchstpersönlich in der Städtischen Galerie an der Sauerfelder Straße ihre Ausstellung in Augenschein zu nehmen: „Poesie am Webstuhl“.

Möglich gemacht hat die Präsentation von rund 70 Werken aus den Händen Lieselotte Ellenbeck-Hembecks der Lüdenscheider Unternehmer Thomas Fischer mit seinem finanziellen Engagement für die Kunst in dieser Stadt. „Nachahmenswert“ befand denn auch Kulturdezernent Wolff-Dieter Theissen diesen Einsatz in seinem Grußwort und hofft auf eine Signalwirkung. Er freue sich außerordentlich über die Ausstellung. Noch vor wenigen Tagen hätten in den gleichen Räumen die Werke Ida Gerhardis gehangen – zwei bedeutende Künstlerinnen aus Lüdenscheid, erst Malerpinsel und Farbpalette und nun Webstuhl und Fäden. Vor mehr als 100 Gästen brachte er ein ums andere Mal Ida Gerhardi und Lieselotte Ellenbeck-Hembeck in einen Zusammenhang.

Die Einführung in das Werk der Bildweberin übernahm die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Conzen – allerdings, so sagte sie, nur in Vertretung für im Urlaub weilende Dr. Carolin Krüger-Bahr, die die Ausstellung kuratiert habe. Conzen stellte den handwerklichen Teil der Bildweberei in den Mittelpunkt. Die Werke der seit 1996 in Bad Kissingen lebenden Künstlerin seien vergleichbar mit der Musik. Man finde die Grundstimmung für den Hintergrund und eine Art Oberstimme für die Details. Beeindruckend sei die lyrische Bildsprache in dieser Welt aus Pflanzen, Bäumen und Tieren. Das größte Bild mit dem Titel „Die Liebenden“ misst vier Meter, ein beeindruckendes Werk und eine Leihgabe aus Thüringen. Selbst heute beschäftigt sich Lieselotte Ellenbeck-Hembeck noch mit ihrer Kunst, allerdings in kleinerem Ausmaß.

Erstmals hatte sie 1953 ihre Arbeiten in einer Ausstellung der Künstlergruppe „der bogen“ in der Lüdenscheider Friedensschule gezeigt.

Das „Malen mit Kette und Schuss“ war und ist das Geheimnis von Ellenbecks Webtechnik. Zu sehen ist übrigens auch das erste Werk der am 2. Mai 1914 in Lüdenscheid geborenen Künstlerin – „Tiere im Wald“. Dabei handelte es sich ursprünglich um einen Stoffentwurf, den sie bei einem Schülerwettbewerb in der Blocherer-Schule in München vorgelegt hatte. Die Ausstellung ist bis zum 9. September zu sehen. - rudi

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