Stadtwerke gewinnen 500 Teldafax-Kunden

Schon vor der Pleite von Tedafax waren im Mai rund 600 Strom- und Gaskunden den Stadtwerken Lüdenscheid zugefallen. Die meisten davon blieben laut Enervie bis heute.

LÜDENSCHEID - „Wechseln ist‘n Klacks – mit Teldafax“, warb Fußball-Ikone Rudi Völler in TV-Spots für den größten privaten Stromversorger, der jetzt Insolvenz anmelden musste. Für 600 Lüdenscheider Kunden heißt es allerdings schon seit Mai: „Wechseln ist‘n Klacks – weg von Teldafax“.

Denn zum 1.5. hatte die Enervie-Asset-Network (EnAN) als heimischer Netzbetreiber alle Verträge mit Teldafax gekündigt, schon zum zweiten Mal in diesem Jahr und aus demselben Grund: Die ins Trudeln geratene Troisdorfer Firma zahlte die Netz-Entgelte nicht mehr – also die Miete dafür, dass sie Strom und Gas durch fremde Leitungen schickte.

Für 3000 Teldafax-Kunden in und um Lüdenscheid und Hagen hieß das erstmal: Sie fielen ab Mai bei Stadtwerken und Mark-E als Ersatz in die Grundversorgung, jenen Tarif, bei dem der Kunde zum Beispiel nicht selbst den Zähler abliest, und der deshalb für Privatleute der teuerste ist. Immerhin: Mit diesem Automatismus ist dafür gesorgt, dass es in keiner Wohnung kalt und dunkel wird, wenn ein Energieunternehmen vor die Wand fährt.

Laut Enervie-Sprecher Andreas Köster waren je 1500 Kunden im Raum Hagen und im Märkischen Kreis von der Vertragsauflösung der Enervie mit Teldafax betroffen, davon rund 600 Strom- und Gaskunden allein in Lüdenscheid und einige in Schalksmühle, wo den Stadtwerken die Gasversorgung obliegt.

Diese Kunden erhielten Anfang Mai Post von den Stadtwerken Lüdenscheid, verbunden mit dem Hinweis auf mögliche günstigere Tarife. So blieben den Stadtwerken bis heute 500 der unverhofften Neukunden erhalten, darunter etwas mehr Strom- als Gasabnehmer. Die wenigsten gingen ihnen somit erneut von der Fahne, um einen privaten Versorger zu wählen.

Wichtig für die Enervie AG, unter deren Dach Stadtwerke und Mark-E firmieren, sei zudem, dass sie trotz allen Aufwandes wirtschaftlich ungeschoren aus der Teldafax-Episode herauskam und von der Pleite jetzt unberührt bleibt, betonte Köster. „Wir hatten, nachdem Teldafax zunächst die ersten Ausstände beglichen hatte, in der neuen Rahmenvereinbarung im Februar auch eine Sicherheitsleistung in sechsstelliger Höhe ausgehandelt.“ Dieses Pfand decke jetzt alle Leistungen und Forderungen ab, die mit der Auflösung der drei Jahre währenden Zusammenarbeit mit Teldafax verbunden sind.

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