Fahrkarten-Abo und Ordnungsamts-Präsenz

MVG und Stadtverwaltung gehen Sicherheitspartnerschaft ein

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Jens Piepenstock vom MVG-Notfallmanagement, Bürgermeister Dieter Dzewas, Beigeordneter Thomas Ruschin, MVG-Prokurist Peter Bökenkötter und MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier (von links) stellten das neue Konzept vor.

Lüdenscheid - Die Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (MVG) und die Stadt Lüdenscheid gehen eine Sicherheitspartnerschaft ein. Die erleichtert mithilfe eines Fahrkarten-Abonnements die Integration von Flüchtlingen in den öffentlichen Personennahverkehr. Außerdem zeigen Ordnungsamts-Mitarbeiter Präsenz in den Bussen.

Die Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, zeigten beim Busfahren manchmal unerwartetes Verhalten, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas einleitend bei der Vorstellung des Konzepts.

Beigeordneter Thomas Ruschin präzisierte: „Viele Flüchtlinge kennen den öffentlichen Personennahverkehr aus ihren Kulturen so nicht. Deswegen wissen sie nicht, dass sie ein Entgelt entrichten müssen.“

Diskussionen um die Fahrpreise zwischen Busfahrern und Flüchtlingen

In der Vergangenheit – vor allem in Buslinien, die an den Sammelunterkünften vorbeiführen – habe es deswegen zwischen Busfahrern und Flüchtlingen Verständigungsschwierigkeiten und Konflikte gegeben. Peter Bökenkötter, Prokurist bei der MVG, berichtete von Fällen, in denen Busse dadurch 15 Minuten verspätet ankamen und Fahrgäste ihre Anschlusbusse verpassten.

Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) stehen Flüchtlingen etwa 25 Euro monatlich für Fahrt-Entgelte zur Verfügung, erklärte der Bürgermeister. Dabei gebe es aber offenbar ein Handhabungsproblem.

Übertragbare Tickets, die der finanziellen Ausstattung gerecht werden

Deshalb, so schilderten Bökenkötter und Ruschin, habe man sich darauf verständigt, dass die Stadt Abos für das monatlich 38 Euro teure 9-Uhr-Ticket mit der MVG abschließt.

In den Unterkünften können sich die Flüchtlinge das übertragbare Ticket dann gegen Unterschrift ausleihen. Ein Betrag von 1,30 Euro werde dann automatisch von ihren Mitteln abgerechnet. Ab neun Uhr können sie je nach Bedarf im Stadtgebiet Bus fahren – und haben eine Karte zum Vorzeigen.

„So wird man der finanziellen Ausstattung der Flüchtlinge gerecht“, sagte Ruschin. Und Bökenkötter ergänzte: „Die Busfahrer werden so auch entlastet.“ Der genaue Bedarf an Tickets sowie die praktischen Abläufe in den Unterkünften müssten mit dem Pilotprojekt nun erprobt werden, so Ruschin.

Andere Kommunen im Kreis bekunden Interesse am Projekt

MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier hofft, dass andere Kommunen auf den Zug aufspringen. „Kierspe und Werdohl haben schon ähnliches Interesse geäußert“, sagte er.

Zweiter Teil der Sicherheitspatenschaft ist, dass uniformierte Mitarbeiter des Ordnungsamtes kostenlos in den Bussen mitfahren können. So sollen sie zum einen zu ihren Einsatzorten kommen und zum anderen den Fahrgästen ein Sicherheitsgefühl vermitteln – und, so hofft man, allein durch ihre Anwesenheit unangenehme Vorfälle vermeiden.

Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch andere Gruppen sorgen für Unruhe

Jens Piepenstock vom MVG-Notfallmanagement betonte: „Die Regelung treffen wir aber nicht nur wegen der Flüchtlinge, es gibt genug andere Gruppen, die für Unruhe sorgen.“

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