Kettensägen im Loher Wäldchen: 16 alte Buchen fallen

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Stück für Stück fallen im Loher Wäldchen in diesen Tagen 16 alte Buchen.

Lüdenscheid - Die Trockenheit hat für immer mehr Bäume in der Stadt tödliche Folgen. Am Montag haben Fachleute im Loher Wäldchen mit der Fällung von 16 alten Buchen begonnen, die nach Einschätzung des Stadtreinigungs-, Bau- und Transportbetriebes Lüdenscheid (STL) nicht mehr zu retten waren.

Aus weiteren 20 Buchen an diesem Standort mit knapp 200 Bäumen muss Totholz geschnitten werden. Rund 500 weitere Bäume stadtweit müssen nach aktuellem Stand ebenfalls gefällt werden, so Werkleiter Heino Lange. 

Der STL ist in der Kreisstadt für die Pflege und den Erhalt von etwa 33 000 Bäumen verantwortlich. Wie die zuständige Expertin Juliana Tackmann sagt, haben vor allem Buchen unter Trockenheit und sinkendem Grundwasserspiegel zu leiden. „Die Rinde platzt ab, Kronen werden trocken, Äste werden abgeworfen – das sind irreparable Schäden.“ 

Aber auch Birken und Fichten machen „langsam schlapp“, wie Tackmann sagt. Die Entwicklung zwingt die Verantwortlichen in puncto Verkehrssicherungspflicht zu Sofortmaßnahmen, besonders im Umfeld der 60 Spielplätze. 

Das wiederum ziehe eine „wahre Kostenexplosion“ nach sich, wie Lange sagt. Normalerweise gebe der STL jährlich rund 150 000 Euro für Baumpflege aus. Allein fürs zweite Halbjahr 2019 seien mehr als 400 000 Euro dafür veranschlagt. 

Im Acht-Wochen-Rhythmus werde inzwischen jeder Baum auf Gesundheit und Standsicherheit kontrolliert. Weil sich die Ausgaben für Baumpflege, Erhaltungsmaßnahmen oder Fällungen inzwischen mehr als verdreifacht haben, wird der STL-Werksausschuss sich in einer Sondersitzung am 12. September mit dem Thema befassen. 

Ausschussvorsitzender Bernd Schildknecht (SPD): „Dass die Ausgaben die Mittel des STL dermaßen übersteigen, muss natürlich politisch diskutiert und das weitere Vorgehen beraten werden.“ Und zwar „transparent und in aller Öffentlichkeit“. 

Auch wenn es ihm „um jeden Baum in der Seele weh tut“, so Schildknecht weiter, „müssen wir eingestehen, dass uns nichts anderes übrig bleibt“. Über Ersatzpflanzungen und die Frage, welche Bäume gesetzt werden sollen, gibt es noch keine Informationen. 

Ohnehin wird alter Baumbestand nur langfristig zu ersetzen sein. Die kranken Buchen im Loher Wäldchen sind laut Juliana Tackmann bis zu 60 Jahre alt.

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