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Stadtgarten: Jury entscheidet nicht öffentlich über Vergabe der Planung

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Von: Thomas Machatzke

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Donnerstag wird eine Jury darüber entscheiden, welches Büro die Neugestaltung des Stadtgartens planen darf.
Donnerstag wird eine Jury darüber entscheiden, welches Büro die Neugestaltung des Stadtgartens planen darf. © Cedric Nougrigat

Das Vorgehen stellt nicht alle Beteiligten zufrieden: Am Donnerstag entscheidet eine Jury, welches Büro die Neugestaltung des Stadtgartens planen darf.

Lüdenscheid – Zwar soll die Jurysitzung im Rathaus stattfinden, die Mitglieder der Jury wollen sich aber auch vor Ort den Stadtgarten anschauen, um sich ein Bild zu machen.

Die Neugestaltung des Stadtgartens ist zuletzt in der Politik ein viel und auch sehr kontrovers diskutiertes Thema gewesen. Bei der Vergabe nun bleibt die Politik indes außen vor. „Es handelt sich um ein zweistufiges Vergabeverfahren der Verwaltung, nicht um einen Architekturwettbewerb wie zum Beispiel bei der Phänomenta-Brücke oder dem Musikschul-Neubau. Daher wurde die Sitzung auch nicht öffentlich angekündigt“, gibt die Verwaltung Auskunft, „im letzten Hauptausschuss am 30. Mai hat Frau Krawczak aber über den aktuellen Sachstand berichtet und auch über die grundsätzliche Zusammensetzung der Jury – nicht namentlich – informiert.“

Externe Fachleute

Das tut die Verwaltung nun: Als externe Fachleute seien die Landschaftsarchitekten Dipl.-Ing. Hiltrud Maria Lintel (Büro scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf) und Christoph Schonhoff (nsp Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Hannover) dabei. Neben dem Bürgermeister und Marcus Müller (Fachbereichsleiter Umwelt und Klima) als Projektleiter seien zudem zwei weitere Verwaltungsmitarbeiter aus den Bereichen Umweltschutz und Freiraum sowie der Kinder- und Jugendförderung dabei.

Einer der verwaltungsinternen Juroren sei von allen Vereinen und Interessengruppierungen rund um den Stadtgarten als Interessenvertreter anerkannt und abgesandt worden. Ein weiterer Juror komme aus der Kinder- und Jugendarbeit. „Darüber hinaus sind als beratende Mitglieder die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte, ein Vertreter des Fördermanagements sowie ein Mitarbeiter aus dem Bereich Umweltschutz- und Freiraum dabei“, heißt es.

Drei Büros im Wettbewerb

Drei Büros haben ihre Skizzen eingereicht und sind noch im Wettbewerb. Welche dies sind, darüber gibt die Stadt keine Auskunft. „Es wird nur die eine Juryrunde geben. In dieser Sitzung wird das Büro ausgewählt, das mit der Planung beauftragt werden soll. Das Ergebnis kann erst in einigen Wochen veröffentlicht werden, da in einem öffentlichen Vergabeverfahren unter anderem Einspruchsfristen abgewartet werden müssen“, informiert die Verwaltung, „wenn das Büro beauftragt ist, wird dieses einen Vorentwurf erstellen, dieser wird dann im Rahmen einer Bürgerbeteiligung vorgestellt und diskutiert.“

Die Christdemokraten, auf deren Wunsch hin dieser Weg maßgeblich beschritten worden ist, sind empört über dieses Vorgehen der Stadt und haben dies zu Beginn der Woche auch Bürgermeister Sebastian Wagemeyer mitgeteilt, nachdem inoffiziell Informationen zur Juryrunde durchgesickert waren. „Wenn ein Büro anhand von Ideenskizzen ausgewählt und damit andere Büros und deren Ideen ausgeschlossen werden, ist es doch eine Selbstverständlichkeit, dass die gewählten Volksvertreter eingebunden werden“, sagt CDU-Ratsherr Michael Dregger, der der direkt gewählte Kandidat für den Wahlbezirk ist, in dem der Stadtgarten liegt. Dregger ist mit seiner Kritik nicht alleine.

Linus Wortmann vom Verein Willi & Söhne, der bislang in vielerlei Hinsicht Ideengeber für die Neugestaltung gewesen ist, zeigte sich ebenfalls irritiert darüber, dass bei der Jurysitzung am Donnerstag nicht einmal beratend ein Mitglied des Vereins im Rathaus dabei sein darf.

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