Gestiegene Kosten

Stadtfest-Bier: Heimatverein erklärt drückende Defizite

Lüdenscheid - Die Diskussion über das Stadtfest-Bier in Lüdenscheid schlägt hohe Wellen. Kommentare von LN-Lesern und come-on.de-Nutzern zum Vertrag zwischen dem Geschichts- und Heimatverein (GHV) und der Krombacher Brauerei fallen überwiegend negativ aus. Nun erläutert die Vereinsvorsitzende Dr. Arnhild Scholten erstmals Details und Hintergründe der Entwicklung.

Über konkrete Inhalte und Zahlen in dem Sponsorenvertrag gibt Dr. Scholten im Gespräch keine Auskunft. Klar sei aber, dass der GHV mit den Stadtfesten seit 2013 ein „Defizit von 7440 Euro erwirtschaftet“ habe. Während die Einnahmen in diesen Jahren stagnierten, seien die Ausgaben gestiegen.

Dies habe unter anderem dazu geführt, dass im September 2016 nur noch zwei statt drei Bühnen bespielt wurden. Dazu, so die Vorsitzende weiter, habe die Gema ihre Gebühren fürs Stadtfest um inzwischen 1000 Euro erhöht. Wegen der Höhe der Einnahmen sei der GHV trotz seines gemeinnützigen Status’ steuerpflichtig geworden. Dies und das Honorar für den Steuerberater koste den Verein zusätzlich „mehrere tausend Euro“.

Neben Kostensteigerungen für Strom, Wasser und Toilettenwagen trägt der Verein laut Vorstand weitere Risiken. So habe nach dem Stadtfest auf dem Rathausplatz für 1000 Euro ein hartnäckiger Fettfilm beseitigt werden müssen. Und die offenbar immer noch anhängige Klage des Havanna-Clubs wegen einer durchgeknallten Musikanlage könnte das Defizit um weitere 6000 Euro vergrößern. Dr. Arnhild Scholten: „Wir mussten einfach die Notbremse ziehen, aber die Standgebühren wollen wir nur ungern erhöhen.“ Deshalb habe man sich auf Sponsorensuche begeben.

Inzwischen flatterte dem GHV-Vorstand Post vom Finanzamt auf den Tisch. Darin heißt es, dass der Verlust der Gemeinnützigkeit droht, falls der Verein weiterhin so hohe Verluste einfahre. Die Vorsitzende: „Das können wir auf keinen Fall riskieren.“ Bei den Verhandlungen über ein Sponsoring für 2017 sei die Brauerei „sehr entgegenkommend“ gewesen, konkrete Zahlen nennt Dr. Scholten aber nicht.

Dr. Franz-Josef Weihrauch, Pressesprecher bei Krombacher, kommentiert das Engagement des Unternehmens als „sehr erfreulich“. Es sei Konkurrenz da gewesen. Das Stadtfest sei immerhin eine „renommierte“ Großveranstaltung. „Jetzt freuen wir uns, die gesamte Logistik für 20 Bierwagen für die Lüdenscheider Vereine stemmen zu können.“

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