Stadtbücherei: Weniger Personal – mehr Medien

Der Zuschussbedarf für die Stadtbücherei belief sich 2009 auf rund 980 000 Euro.

LÜDENSCHEID ▪ Personalabbau ist nach Ansicht der Verwaltung in der Stadtbücherei unumgänglich.

An der „Quadratur des Kreises“ haben sich die Mitarbeiter des Amtes für Organisation und IT mit dem „Organisationsbericht zur Stadtbücherei“ versucht: Die Standards in der Stadtbücherei sollen möglichst beibehalten werden, angesichts der finanziellen Situation der Stadt muss aber der Zuschussbedarf – er belief sich für 2009 auf rund 980 000 Euro – deutlich verringert werden.

Die Quintessenz des Berichtes: Ohne die deutliche Reduktion der Personalkosten durch eine Verminderung der Stellen von 22,5 auf 19 – von denen eine nicht dauerhaft besetzt wird – lässt sich der Zuschussbedarf nicht nachhaltig verringern. Der Stellenabbau ist Bestandteil des Beschlussvorschlags, über den die Mitglieder des Kulturausschusses am Donnerstag, 17.  Juni (16 Uhr, Rathaus), abstimmen werden.

Bedingt durch diese Rationalisierungsmaßnahme sollen die Auskunfts- und Informationsplätze zu einer zentralen Informationstheke zusammengelegt werden. Zudem schlägt die Verwaltung vor, die Mitarbeiter der Verbuchungstheke von durchschnittlich dreieinhalb auf zwei zu reduzieren. Allerdings solle dies zunächst im Rahmen einer Testphase erprobt werden. Die Einrichtung der zentralen Informationstheke könne für die Nutzer der Bücherei zu längeren Wartezeiten führen, meinen die Verfasser, allerdings sei „eine qualitative Verschlechterung des Kundenservices im eigentlichen Sinne jedoch nicht zu erwarten“.

Apropos Kunden: Ungemein wichtig sei im Gegenzug zu den Sparmaßnahmen eine deutliche Attraktivitätssteigerung der Bücherei. „So, wie der Medienetat zwischen 1999 und 2006 halbiert wurde, ging auch die Zahl der aktiven Nutzerinnen und Nutzer um nahezu die Hälfte zurück“, stellen die Verfasser des Berichtes fest. Deshalb möchte die Verwaltung den Medienetat ab dem Haushaltsjahr 2011 aufstocken – und zwar „auf einen Ansatz, der für einen nachhaltigen Zuwachs des Medienbestandes benötigt wird“.

Änderungen, von denen die Nutzer profitieren sollen, sind auch bezüglich der Öffnungszeiten geplant. Im Untersuchungszeitraum – dem Jahr 2008 – habe sich gezeigt, dass die Samstage hinsichtlich der Publikumsfrequenz deutlich herausragen. „Am wenigsten intensiv wir der Donnerstag genutzt“, heißt es im Organisationsbericht. Folglich ist im Beschlussvorschlag von einer „Anpassung der Öffnungszeiten zur Entzerrung der Stoßzeiten“ – insbesondere einer Verlängerung der Samstags-Öffnungszeiten – die Rede.

Bis auf die Aufstockung des Medienetats sollen alle genannten Maßnahmen noch bis zum Jahresende umgesetzt werden – wenn die Kommunalpolitiker zustimmen.

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