"Stadtbild dem Autoverkehr geopfert": Lüdenscheid im Internet

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Christoph Riedel präsentiert seine Internetseite.

LÜDENSCHEID - Einblicke in versunkene Lüdenscheider Stadtansichten bietet eine neue Webseite von Christoph Riedel, der dafür vor allem auf Fotos seines Vaters Alois Riedel (1922-2008) zurückgegriffen hat.

Von Thomas Krumm

Der ehemalige Leiter des Lüdenscheider Bauverwaltungsamts kam als Kriegsflüchtling aus Breslau nach Lüdenscheid und fotografierte im Zeitraum zwischen 1955 und 1980 viele Gebäude, deren Abriss bevorstand. Auf diese Weise entstand eine umfangreiche Dokumentation jener städtebaulichen Ansichten, die unwiederbringlich verloren sind.

„Lüdenscheid gestern und heute – Eine fotografische Reise in die Vergangenheit“ ist HIER zu finden. Wer noch historisches Bildmaterial sein Eigen nennt, kann sich an Christoph Riedel wenden (Tel. 02351/61929). E-Mail: christoph.riedel@gmx.de.

„Die meisten Bilder stammen aus den 60er-Jahren“, erzählt Christoph Riedel, der „innerhalb von ein paar Wochen“ eine Internet-Seite mit historischen Ansichten aus diesem Fundus zusammenstellte. Christoph Riedel selbst hielt die Stadtentwicklung ab Mitte der achtziger Jahre im Bild fest. Darüber hinaus suchte er für die Internet-Dokumentation die damals fotografierten Orte auf und machte ein aktuelles Vergleichsbild zur Gegenüberstellung von Gestern und Heute – ähnlich wie Wolfgang Schumacher das auf der Grundlage seiner Sammlung seit vielen Jahren in den LN gemacht hat. „Ich bin ein sehr geschichtsorientierter Mensch“, sagt Christoph Riedel und erinnert an einige Wunden, die der Bergstadt geschlagen wurden. So sei es kaum zu glauben, wie große Teile der südlichen Altstadt für die Parkpalette geopfert wurden – „das hat mich als Kind schon gestört“. Viele Bilder zeigten, „wie man gnadenlos das Stadtbild dem Autoverkehr geopfert hat“.

Derzeit enthält die Webseite etwa 80 historische Fotos und fast gleich viele aktuelle Bilder, die den Wandel zeigen. Der Schwerpunkt liegt mit 42 Fotos auf der Stadtmitte, doch auch die Außenbezirke sollen nach und nach ausgebaut werden. Christoph Riedel setzt dazu weiterhin auf die Sammlung seines Vaters und auf die Mitwirkung von Lüdenscheidern, die noch alte Fotos für die Webseite zur Verfügung stellen können. Dabei geht es weniger um Einzelansichten von Gebäuden, deren Standort sich nicht eindeutig identifizieren lässt: „Ich will zeigen, wie die Stadt als Ganzes sich verändert hat.“ Die Webseite folge dabei dem Grundsatz „Infos statt aufwändige Animationen und Webdesign“.

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