Stadt will Kranke ab 2017 wieder selbst fahren

Die Krankentransporte der Feuer- und Rettungswache soll die Stadt ab 2017 wieder in eigener Regie durchführen – eine EU-weite Ausschreibung wie zuletzt soll es nicht mehr geben.

LÜDENSCHEID ▪ Der Krankenfahrdienst der Feuer- und Rettungswache soll ab 2017 wieder an die Stadt zurückgehen. Diesen Zusatzbeschluss fasste der Hauptausschuss nach LN-Informationen am Montag im Zuge der nichtöffentlich erfolgten Vergabe des 24-Stunden-Fahrdienstes an den dänischen Privatanbieter Falck – auf Antrag der SPD.

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Auch eine mögliche halbjährige Verlängerung für Falck wurde zugunsten der Rekommunalisierung abgelehnt. Die spontane Entscheidung, hieß es, sei mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken gegen CDU und FDP gefasst worden. Dies, nachdem Sprecher des Personalrates und der Linken sinngemäß erklärt hätten, das günstige Angebot des Unternehmens könne nur über Mindestlöhne und weniger Urlaubstage auf dem Rücken der künftigen Fahrer zustande gekommen sein. Eine weitere Beschlussfassung durch den Stadtrat ist bisher nicht vorgesehen.

Wie berichtet, soll das Angebot von Falck um mehr als 400 000 Euro unter denen der mitbietenden heimischen Hilfsorganisationen gelegen haben. Die Johanniter-Unfallhilfe hatte daraufhin erklärt, 9,5 Stellen zum 30. Juni abbauen zu müssen. Die Stadtverwaltung errechnete zudem, dass sie selbst für den Dienst mehr als 1,66 Millionen Euro brauchen würde. Sie hätte damit aktuell die teuerste Lösung angeboten.

Dennoch soll das Rathaus nun ein Jahr vor der Übernahme des Fahrdienstes ein Konzept vorlegen. Es soll auch die Frage beantworten, ob die Stadt zusätzliche Kräfte einstellen oder die Krankenfahrten über Angehörige der Feuerwehr erledigen lassen will.

Da der Beschluss offenbar den gesamten Fahrdienst umfasst, dürfte auch das heimische Rote Kreuz, das jetzt den Zuschlag für den Tagdienst der Krankenfahrten von 8 bis 18 Uhr erhielt, ab 2017 als nichtstädtischer Anbieter ebenfalls außen vor bleiben. An der Abstimmung hätten zwei Ratsfrauen von SPD und CDU, die dem DRK angehören, nicht teilgenommen – wegen möglicher Befangenheit, verlautete weiter.

Die Firma Falck äußerte sich öffentlich bisher nicht – weder zu Arbeitsbedingungen und Tarifen noch zu dem Zusatzbeschluss. Ihr habe die Zusage noch nicht vorgelegen, zudem wolle man sich zuerst mit der Stadt als Auftraggeberin verständigen, hieß es noch am Tag vor der Sitzung gegenüber den LN.

Dass Falck bisher gar nicht gefragt wurde, soll in der Debatte ebenso vorgebracht worden sein wie das Argument, dass dies ein denkbar belasteter Einstieg für einen neuen Vertragspartner sei.

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