Stadt will auch bei Ausbildungsstellen sparen

Auch im Rathaus soll es 2011 weniger Ausbildungsplätze geben. Die Stadtverwaltung will nur noch für den eigenen Bedarf ausbilden.

LÜDENSCHEID - Die Stadt Lüdenscheid will künftig nur noch für ihren eigenen Bedarf ausbilden, also nur genau so viele junge Leute einstellen, wie sie für ihre Zwecke braucht. Ab 2011, so steht es im aktuellen Haushaltssicherungskonzept, soll es darüber hinaus keine Ausbildungsplätze bei der Stadtverwaltung mehr geben.

Auf Anfrage der LN erklärte Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler gestern, gerade diese Sparmaßnahme für das Nothaushaltsjahr 2011 habe allen Beteiligten an der Verwaltungsspitze „besonders weh getan“. Dies gelte auch für Bürgermeister Dieter Dzewas, der sich seit langem regelmäßig zum Beginn jedes Ausbildungsjahres in Betriebe begibt, um zusätzliche Lehrstellen einzuwerben. Blasweiler stellte aber klar, dass es für die Stadt keine Alternative gibt. Denn die Finanzaufsicht werde keine Ausbildung über Bedarf mehr zulassen. „Das ist eine zusätzliche freiwillige Leistung, und die dürfen wir im Nothaushaltsrecht nicht mehr erbringen. Das ist in diesem Fall glasklar.“ So soll n Bereichen IT oder Zentrale Gebäudewirtschaft demnächst gar nicht mehr ausgebildet werden. Allerdings war der Hauptausschuss im März damit so nicht einverstanden – ob es die Sparmaßnahme tatsächlich wie beabsichtigt gibt, müssen die Politiker in den anstehenden Haushaltsplanberatungen entscheiden.

In finanziell besseren Zeiten gab die Stadt jungen Leuten auch deutlich über den eigenen Bedarf hinaus die Chance auf eine qualifizierte Berufsausbildung – in vielen marktgängigen Bereichen. Damit wollte die Kommune auch eine Vorbildfunktion für die Wirtschaft übernehmen. Laut Haushaltssicherungskonzept wird das jetzt zu teuer: 47 000 Euro im Jahr will die Stadt ab 2011 bei der Ausbildung einsparen. Derzeit sind noch vier Ausbildungsplätze mit Kosten von 140 000 Euro für die drei Ausbildungsjahre vorhanden.

Im Jahr 2013 will die Stadt noch einmal auf diesen Stand zurückkehren, und zwar wegen des dann von den Gymnasien entlassenen Doppeljahrgangs. Dann sucht eine hohe Zahl von Abiturienten einen Ausbildungsplatz.

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