Stadt will atomstromfreie Versorgung

LÜDENSCHEID - Wenn im Kulturhaus die Scheinwerfer aufleuchten oder auf Lüdenscheids Straßen die Ampeln, dann fließt darin Strom, den die Stadt Lüdenscheid von den Stadtwerken bezieht.

Doch dieser 2008 geschlossene und mehrfach verlängerte Liefervertrag läuft zum Jahresende aus. Im Rathaus wird derzeit eine Ausschreibung vorbereitet, laut der gewährleistet sein muss, dass kein Atomstrom mehr durch städtische Leitungen fließt, bestätigte gestern Stadtkämmerer Karl Heinz Blasweiler auf Anfrage der LN. Zwar könnten auch die Stadtwerke Lüdenscheid in ihrem Enervie-Verbund den gewünschten Öko-Strom liefern, doch auch wenn man gerne weiter kooperieren wolle, müssten sich nun auch die Stadtwerke in einer Ausschreibung nach EU-Standards dem Wettbewerb mit anderen Anbietern stellen, sagte der Kämmerer.

Mit ihrem Vorhaben steht die Kreisstadt indes nicht alleine da: Sie will gemeinsam mit dem Märkischen Kreis ausschreiben – ein Modell, das im letzten Jahr bereits beim Gasbezug laut Blasweiler hervorragend funktioniert habe. Denn größere Abnahmemengen senken den Preis, und der Stadtkämmerer hofft, dass dies auch beim Strom so sein wird. So könne der höhere Preis für den „grünen“ Strom wieder gesenkt werden, sodass eine atomstromfrei versorgte Bergstadt dafür nicht viel mehr zahlen müsste als heute. Dabei legten Kreisstadt und Kreis auch Wert darauf, dass nur Versorger in Frage kommen, die tatsächlich sauberen Strom anbieten – und nicht bloß bei anderen die Zertifikate dafür erworben haben.

Politisch sieht Blasweiler die Verwaltung in ihrem Handeln durch vielfältige Äußerungen nach der Fukushima-Katastrophe legitimiert. Zudem seien alle Ratsfraktionen im März über die Bestrebungen informiert worden.

Kirsten Petereit begrüßte das Vorhaben für die Fraktion der Grünen gestern denn auch ausdrücklich: „Wir freuen uns sehr, dass das jetzt kommt.“

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