Stadt will altes Kinderheim nur in Schuss halten

LÜDENSCHEID - Für Irritationen sorgten jüngste Angaben aus der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) der Stadt, wonach das denkmalgeschützte Haus an der Freiherr-vom-Stein-Straße 27 zunächst nicht verkauft, sondern durch die Stadt in Stand gesetzt werden soll (die LN berichteten).

Zum einen zeigte sich der frühere Hauswart erstaunt: Ihm sei mehrfach erklärt worden, dass das Gebäude nicht mehr zu sanieren ist. Deswegen sei er letztlich sogar ausgezogen (Leserbrief auf der 4. Lokalseite). Und politische Beobachter erinnerten sich, dass es in der Debatte um den Mehrgenerationenspielplatz am Jahnplatz stets geheißen hatte, es wären 330 000 Euro nötig, um das alte Kinderheim zu retten.

Das war im Vorfeld des Bürgerentscheids denn auch ein wichtiges Argument für die Befürworter des Platzes. Sie wollten dorthin den bisher an der Freiherr-vom-Stein-Straße ansässigen Kinderschutzbund (DKSB) umsiedeln. Denn, so hieß es im Frühjahr: Wenn das Denkmal für so viel Geld saniert werden müsse, dann wäre der Verbleib der Kinderschützer darin viel teurer als die Kosten des Umbaus der Jahnplatz-Umkleide für den DKSB. Dieser Umbau wurde beschlossen, obwohl die Bürger den Mehrgenerationenplatz zuvor abgelehnt hatten.

Bürgermeister Dieter Dzewas erklärte dazu auf Nachfrage: „Im Haus befinden sich neben dem DKSB heute auch andere Mieter, die bisher keinen neuen Standort gefunden haben. Das Gebäude muss also noch eine Zeit lang intakt bleiben. Dafür ist ein gewisser Aufwand nötig.“ Der falle aber geringer aus als eine Sanierung vom Dach bis zum Keller samt Alu-Außentreppe als zweitem Rettungsweg, die zehn Mal so teuer wäre.

Nötig seien die vom ZGW angekündigten Arbeiten auch, um das Denkmal zu erhalten und seinen Verkaufswert nicht zu stark sinken zu lassen. „Keiner kauft eine Bruchbude.“ Und immerhin gebe es drei Interessenten.

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