Extreme Maßnahmen

Stadt soll prüfen: Wie wird Lüdenscheid bis 2030 autofrei?

+

Lüdenscheid - Extreme Bedingungen erfordern extreme Maßnahmen: Eine Prüfung, ob die Lüdenscheider Innenstadt bis 2030 autofrei werden kann, ist nur einer der Vorschläge des Aktionsprogramms Klimaschutz, das am Mittwoch im gemeinsamen Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt/Bau und Verkehr diskutiert wird.

Am Montag ist das Thema im Rat. Dass Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels im eigenen Garten, in der Gastronomie und auf Picknicks spürbar werden müssen, ist nicht nur Thema der Vorlage.

So reagierte Jens Holzrichter (FDP) über come-on.de auf die Ankündigung des „Café Schröder’s“-Teams, die Terrasse ihres geplanten Cafés an der Altenaer Straße im Winter mit Heizpilzen und Wolldecken betreiben zu wollen: Holzrichter weist darauf hin, dass „im Rahmen eines umfassenden Klimaschutzprogramms das Verbot von Heizpilzen auf der Tagesordnung des Lüdenscheider Stadtrates“ stehe.

Ein „Pflichtenheft“ bei Neubauten listet die Verwaltungsvorlage ebenfalls auf – samt „Einführung einer Solardachpflicht bei allen Neubauten“ oder der Pflicht zu Gründächern und Fassadenbegrünungen. Im Gegenzug soll es ein „Verbot von Steingärten“ geben, „um die Schaffung weiterer Hitzeinseln in der Stadt zu vermeiden und die Biodiversität zu fördern“.

Kommt jetzt Tempo 30 auf B229, B54, Herscheider Landstraße?

Weiterer Vorschlag: die „Einführung eines Mehrwegsystems in der Stadt für Veranstaltungen und Gastronomie“. Mit ihrer Vorlage lehnt die Verwaltung zugleich den Antrag des Kreisverbandes der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) auf Ausrufung des Klimanotstands in Lüdenscheid als „nicht zweckdienlich und erforderlich“ ab.

Eine Rückfrage bei der Stadtverwaltung ergab als Begründung, der damit verbundene Prüfaufwand für jede Ratsentscheidung sei sehr hoch. Die ÖDP hatte argumentiert, dass so ein Zeichen gesetzt werde, dass die Stadt dem Klimaschutz in Zukunft deutlich höheres Gewicht beimesse. Finanzielle Auswirkungen gebe es laut ÖDP nicht.

Die Verwaltung listet hingegen viele Maßnahmen auf – geplant oder laufend –, durch die Lüdenscheid auch so weiter und verstärkt dazu beitragen möchte, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dass gehe aber nicht kostenneutral: Sie fordert die Einrichtung einer weiteren Stelle für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sowie Etat-Erhöhungen für unterschiedliche Fachdienste.

Lesen Sie hier alles zum Rathaustunnel

Zudem will die Verwaltung, „die notwendigen Strukturen für eine Zielerreichung“ schaffen, denn es gelte, viele Aufgaben zu verbinden. Stichworte hier: Mobilität (u.a. Radverkehrskonzept), Nachhaltigkeit (u.a. Fair Trade Town), Erneuerbare Energien (Ausbau Photovoltaik), Energieeffizienz (privat/öffentlich/Unternehmen), Aufbau internationaler und regionaler Netzwerke (u.a. Projekt „Global Nachhaltige Kommune“).

Bis hin zu Bildung und Bauleitplanung soll Klimaschutz künftig eine wesentliche Rolle spielen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare