Tauben in Lüdenscheid erneut im Fokus

Trotz legaler Taubenspikes quetschen sich Tauben auf Vorsprünge an den Fassaden.

Lüdenscheid - „Das Problem ist nicht das Tier, sondern der Mensch“, sagt der städtische Beigeordnete Thomas Ruschin und setzt daher auf eine Kampagne, die sich mit der Sauberkeit in der Stadt beschäftigen soll. Hintergrund sind nicht nur, aber auch Tauben, die sich gerade immer wieder in der Fußgängerzone niederlassen, um Essensreste aufzupicken.

In der vergangenen Woche hatte sich eine Taube offensichtlich an einem der dünnen Stäbe verletzt, die oberhalb des Eingangs zum Telekommunikationsanbieter „O2“ angebracht sind, und lag auf der Wilhelmstraße. Der Vater einer Tochter, die dies beobachtet hatte, rief beim Ordnungsamt an, das erklärte, man müsse sich zunächst mit dem Eigentümer des Hauses in Verbindung setzen. Das reichte dem Lüdenscheider nicht, der sich wiederum an die LN wandte.

„Diesen Vorfall kann ich nicht beurteilen“, sagte Ruschin, nimmt ihn aber zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass jeder Einzelne gefordert sei, sorgsam mit Nahrungsmitteln umzugehen. „Tauben sind sogenannte Kulturfolger, die den Menschen in ihr Umfeld folgen, weil sie dort Vorteile für sich erkennen. Dies kann zu Problemen führen, gerade in Fußgängerzonen, was nicht nur in Lüdenscheid so ist.“

Die Stadt setze darauf, über Aufklärung die Bevölkerung zu sensibilisieren – zum Beispiel die Tauben nicht zu füttern, was übrigens laut städtischer Gefahrenabwehrverordnung mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Es gehe aber auch darum, darauf aufmerksam zu machen, heruntergefallene Lebensmittel aufzuheben. Auch die Betreiber von Essläden oder die Markthändler seien gefordert, immer mal wieder vor ihren Geschäften und Ständen sauber zu machen.

Trotz der Initiative Stadttaubenhilfe, die sich 2010 gründete, habe er nicht den Eindruck, dass eine Eindämmung der Taubenpopulation stattgefunden habe. Man müsse sehen, ob es noch bessere Möglichkeiten zur Vergrämung geben. „Der Schlüssel zu all dem ist eine bessere Kommunikation“, ist Thomas Ruschin überzeugt.

Von Martin Messy

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