Syrische Großfamilie hinterlässt zahlreiche Gepäckstücke am Bahnhof

Stadt schafft Flüchtlingskleider weg

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Jacken, Pullover, Hosen und so weiter – eine syrische Flüchtlingsfamilie hinterließ reichlich Gepäck am Bahnhof.

Lüdenscheid  - Der Lüdenscheider Bahnhof gilt nicht gerade als bedeutende Drehscheibe im internationalen Verkehrsgeschäft. Bei einer im Stundentakt ein- und ausfahrenden Regionalbahn bleiben Fahrgastzahlen und Gepäck vergleichsweise übersichtlich.

Die syrische Flüchtlingsfamilie, die bereits am Donnerstag für reichlich Wirbel und einen Polizeieinsatz gesorgt hatte, brachte auch die Bahnhofs-Idylle durcheinander. 

Nachdem der als „Aggressor“ eingestufte Mann samt vier Frauen und acht Kindern in der Kreisstadt keine Bleibe fand, sollte es vom Bahnhof mit insgesamt fünf Taxen – drei nach Aachen, zwei nach Neuss – weitergehen. 

Doch die ganzen „Brocken“ der Großfamilie ließen sich in den Fahrzeugen nicht unterbringen. „Hier stand alles voll mit Koffern, Taschen und Tüten. Sowas habe ich noch nicht gesehen“, erklärte ein Taxifahrer. Weil es nicht passte, ging’s’ ans Um- und Aussortieren. 

Alles Brauchbare wurde entweder gleich angezogen oder in ausgeleerte Koffer gepackt. Auch die Kinder mussten beim Klamottentausch mitmachen. „Die Kurzen standen hier halbnackt in der Kälte.“ 

Am Freitagmorgen lag das überflüssige Gepäck noch auf dem Bahnsteig. Angelika von der Horst, Disponentin der Taxen-Funk-Zentrale, alarmierte sicherheitshalber die Polizei. „Man weiß heutzutage ja nie . . .“ Letztlich war es eine stattliche Altkleidersammlung, die das Ordnungsamt in einem ausreichend großen Wagen abtransportierte und die Idylle wieder herstellte.

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