1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Stadt plant Jugendtreff in ehemaligem Sportwaffen-Geschäft

Erstellt:

Von: Kerstin Zacharias

Kommentare

In diesem Ladenlokal an der Kluser Straße soll ein Kinder- und Jugendtreff entstehen, dessen Räume auch von weiteren Einrichtungen genutzt werden könnten.
In diesem Ladenlokal an der Kluser Straße soll ein Kinder- und Jugendtreff entstehen, dessen Räume auch von weiteren Einrichtungen genutzt werden könnten. © Kerstin Zacharias

Im Stadtteil Kluse wird die Kinder- und Jugendarbeit unter Federführung der Awo neu aufgestellt. Nachdem bereits 2019 die personellen Voraussetzungen geschaffen worden waren – unter anderem wurde der Stellenumfang von 10 auf 19,5 Stunden angehoben – sollen nun auch die räumlichen Bedingungen geschaffen werden.

Lüdenscheid – Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses haben die Verwaltung am Dienstag damit beauftragt, Mittel für die Anmietung eines ehemaligen Ladenlokals an der Kluser Straße einzustellen – und zwar ab dem Haushaltsjahr 2023.

Wie Fachbereichsleiter Matthias Reuver erläuterte, könnte damit die Zielgruppe, beispielsweise auf Jugendliche, erweitert werden, denn: Aufgrund der räumlichen Unterbringung des Treffs in der „Bunten Kluse“ war das Angebot bislang vor allem als ergänzende Betreuung der OGS-Kinder ausgelegt. Mit einem Leerstand an der Kluser Straße 21 sei nun ein geeigneter Ort für die Neuausrichtung der Kinder- und Jugendarbeit in der Kluse gefunden worden, durch den nicht zuletzt auch eine deutlichere Wirksamkeit und Präsenz im Stadtteil erreicht werden soll.

Ausweitung der Zielgruppen

Wie es in der Vorlage weiter heißt, würde der Eigentümer der Immobilie die etwa 140 Quadratmeter baulich herrichten. Die monatliche Kaltmiete sei zunächst gestaffelt (800 Euro im 1. Jahr, 900 Euro im zweiten Jahr) und liege ab dem dritten Jahr bei 1000 Euro. Für die Nebenkosten seien aktuell 250 Euro angesetzt worden – vorbehaltlich der Dynamik bei den Energiepreisen. Im Gegenzug, so heißt es weiter, würde die aktuelle Kaltmiete für die Räume des Kindertreffs „Bunte Kluse“ (monatlich 509,77 Euro) entfallen. Für die Erstausstattung des neuen Treffs kalkuliere die Awo mit Kosten in Höhe von rund 15 000 Euro, die möglicherweise komplett oder über Spenden abgedeckt werden könnten.

Schon nach den Sommerferien könnte der Betrieb beginnen. Im Konzept vorgesehen ist eine Öffnung an drei bis vier Tagen in der Woche (16 bis 19 Uhr) sowie einem Samstag im Monat (14 bis 17). Der offene Bereich als Kernstück des Kinder- und Jugendtreffs soll in erster Linie ein zwangloser Treff für unterschiedliche Jugendgruppen sein. Geplant sind zudem Angebote wie Spiel- und Grillabende, Ausflüge, Lesungen oder Koch- oder Gartenangebote.

Nutzung durch externe Partner

Doch bei der Nutzung als Kinder- und Jugendtreff allein könnte es nicht bleiben, denn: Die Größe des Ladenlokals, seine exponierte Lage im Stadtteil Kluse und die Tatsache, dass die personelle Ausstattung des Kinder- und Jugendtreffs keine Vollauslastung der Räume zulasse, machten den Standort auch für andere Dienste und Einrichtungen interessant.

Wie Reuver weiter erläuterte, hätten bereits die Fachstelle „Frühe Hilfen“ sowie die Drogenberatung im Märkischen Kreis Interesse an der Nutzung der Räume signalisiert – beispielsweise für quartiersnahe Sprechstunden. „Diese Entwicklung, die langfristig auch in eine Art Stadtteilladen für die Kluse münden könnte, sollte durch den Träger der öffentlichen Jugendhilfe weiter unterstützt werden“, so der Appell, der am Ende einhellige Unterstützung fand.

Auch interessant

Kommentare