Nachfolge noch nicht geregelt

Zwei Führungskräfte gehen - kaum Bewerber für freie Stellen

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Bauherren in Lüdenscheid müssen derzeit etwas länger warten (Symbolbild). 

Lüdenscheid – Aderlass im Fachbereich Planen und Bauen: Zwei von sechs Fachdienstleitern kehren der Stadt in den nächsten Wochen den Rücken. Ein hoher Krankenstand sorgt zudem für längere Wartezeiten für Bauherren. 

Georg Thomys und Christian Vöcks hinterlassen in der Stadtverwaltung eine große Lücke. Ihre Nachfolge ist ungeklärt. „Die Anzahl der Bewerbungen auf die beiden Fachdienstleiter-Stellen zeigt die ganze Dramatik auf dem Markt“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Martin Bärwolf. 

Für die Stelle von Christian Vöcks (Stadtplanung und Geoinformation) gingen gerade einmal zwei Bewerbungen ein, für die Nachfolge von Georg Thomys (Fachdienst Bauordnung) war es bislang eine. Der Bewerbermangel im öffentlichen Dienst auf Stellen für Bauingenieure und Architekten ist kein Lüdenscheider Phänomen.

„Im Moment ist die Konjunktur gut. Wenn es im Bauwesen gut läuft, ist der öffentliche Dienst leider nicht der Arbeitgeber, der am meisten bezahlt“, sagt Bärwolf. Qualifizierte Bewerber könnten sich die Stellen aussuchen, dies gelte insbesondere für Führungskräfte. 

Christian Vöcks wird zum 15. Oktober Planungsdezernent in seiner Heimatstadt Schwerte. Georg Thomys, der in Lüdenscheid für die obligatorische Bauaufsicht zuständig ist, verlässt die heimische Stadtverwaltung und wechselt in den kommenden Wochen ebenfalls in den Kreis Unna – in welcher Funktion, ist nicht öffentlich bekannt. 

Bis Nachfolger gefunden sind, muss Fachbereichsleiter Bärwolf improvisieren. So soll der Fachdienst Stadtplanung organisatorisch umstrukturiert werden. Die Bauaufsicht wird mit dem vorhandenen Personal aufrechterhalten. „Wir haben sehr gute Leute in der zweiten Reihe“, betont Bärwolf. 

Hohe Krankenstände in den zurückliegenden Wochen haben die Situation im Fachbereich noch einmal verschärft. Das führte zu längeren Wartezeiten, zum Beispiel bei Bauanträgen. „Bauherren haben das gemerkt. Sie mussten leider länger warten, als sie es von uns gewohnt sind. Wir haben uns dafür entschuldigt und sind bestrebt, rasch Abhilfe zu schaffen“, verspricht Martin Bärwolf. 

Im interkommunalen Vergleich stünde man mit einer Laufzeit von sieben bis zehn Monaten bei Bauantragsverfahren – wenn alle Unterlagen ordnungsgemäß vorliegen – noch gut da. In Köln und Düsseldorf könne ein solches Verfahren bis zu drei Jahre dauern.

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