Konzept in Lüdenscheid

Stadt stärkt Jugendschutz: Rote Karte für Gewalttäter

LÜDENSCHEID - Wer wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, sexuellem Missbrauch, Misshandlung von Schutzbefohlenen oder sonstigen Körperverletzungs-Delikten verurteilt wurde, darf an keiner Jugendfreizeit mehr teilnehmen – weder als Leiter noch als Betreuer oder Begleitperson.

Sicherzustellen haben dies alle Vereine und Verbände, die Fahrten veranstalten und dafür Zuschüsse der Stadt erhalten. Auch müssen Träger der Jugendhilfe, die Freizeitstätten betreiben, für die Sicherstellung dieser Ziele des neuen Bundes-Kinderschutzgesetzes sorgen.

Alle betreffenden Vereine und Verbände müssen sich bei der Einstellung oder Vermittlung von Kräften durch ein Führungszeugnis über das Bundeszentralregister gegen schwarze Schafe absichern. Erst wenn in dieses Zeugnis Einsicht genommen wurde, dürfen Betreuer als ehren- oder nebenamtliche Helfer Übernachtungsfahrten begleiten. Mit allen Betreibern von Kinder- und Jugendeinrichtungen will die Stadt zur Sicherstellung des Schutzauftrags eine Zusatzvereinbarung abschließen.

Diese und weitere Regelungen, mit denen die Stadt den Kinder- und Jugendschutz verstärken will, stehen im Kinder- und Jugendförderplan für 2013 bis 2016. Der Entwurf soll am Mittwoch, 12. Dezember, den Politikern im Jugendhilfeausschuss der Stadt vorgelegt werden.

In dem Konzept sind ferner die künftigen Förderungen für die Träger der Kinder- und Jugendarbeit festgelegt. Demnach müssen mehrere Einrichtungen mit teils kräftigen Kürzungen rechnen – und das dann durchgehend bis einschließlich 2016. Im Jahr darauf soll laut dem Haushaltssicherungskonzept der Stadt eine weitere Kürzungswelle in Höhe von insgesamt 75.000 Euro folgen.

  • Der CVJM soll für die Mathildenstraße bis 2016 mit 66.000 Euro jährlich auskommen, zuletzt waren es 5000 Euro mehr.
  • Ebenfalls 5000 Euro weniger erhält laut Konzept der Kinderschutzbund am Jahnplatz – in den nächsten Jahren sollen es je 39.000 sein.
  • Der IB-Treff „Knast“ am Buckesfeld erhält mit 52.000 Euro künftig 4000 weniger.
  • Auf die vollen 2600 Euro Zuschuss verzichten soll künftig die ev. Kirchengemeinde Oberrahmede.
  • Der „After School“-Jugendtreff am Vogelberg erhält mit 30.000 Euro 2000 Euro weniger im Jahr.
  • Das Jugendkulturbüro, dessen Träger der Stadtjugendring ist, muss mit einer Kürzung von 12.500 Euro leben. Hierfür soll eine Viertelstelle eingespart werden, es sind dann noch 1,25.
  • Bei den Freizeitzuschüssen kürzt die Stadt die Regelsätze um 20 Prozent. Und bei den Sonderzuschüssen können weniger sozial schwache Familien als bisher gefördert werden, weil der Umrechnungsfaktor gesenkt wird.
  • Im Rahmen einer Zusammenfassung der Verträge für die CVJM-Jugendeinrichtungen Dickenberg und Wehberg will die Stadt nochmals viel Geld einsparen. So soll der Zuschuss von 2013 auf 2014 von 348.000 auf 303.000 Euro sinken und danach nur leicht wieder ansteigen. Eine Konsequenz dürften dann gekürzte Öffnungszeiten sein. - Thomas Hagemann

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