Verwaltung reagiert auf Vorwürfe

Unverständnis über Kritik an Satzung

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„Graf’s Galerie“ am Graf-Engelbert-Platz gilt als Beispiel für eine gelungene Umsetzung der Gestaltungssatzung.

Lüdenscheid - „Wir haben kein Interesse daran, Geschäftsleute über die Maße zu drangsalieren und sind auch keine Erbsenzähler.“ Die Stadtverwaltung hat mit diesen Worten auf die Kritik an der Gestaltungssatzung für die Innenstadt reagiert.

Mit Verwunderung und Unverständnis hat die Stadtverwaltung auf die Kritik an der Gestaltungssatzung reagiert. „Keiner hat die Luftballons bei Hussel wegverfügt, keiner die Eistüte vor dem Eiscafé Cortina. Solche Anweisungen gab es nicht und gibt es nicht“, betonte Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter Planen und Bauen. Beschränkungen für Luftballons vor Hussel oder einem Aufsteller vor dem Eiscafé Cortina basierten auf einem Fehler.

Mehrheit der Geschäftsleute für Standards

Erstaunt zeigten sich auch Dagmar Bäumer, zuständig für die Innenstadtgestaltung und ständig mit Geschäftsleuten im Gespräch und Lars Bursian, Fachdienstleitung Stadtplanung und Verkehr: Noch Ende Februar sei auf einer Veranstaltung zur Gestaltungssatzung eine breite Mehrheit der beteiligten Geschäftsleute dafür gewesen, sich auf Standards bei der Gestaltung der Innenstadt zu einigen. „Daran hat es keine Kritik gegeben“, erklärte Dagmar Däumer. Im Gegenteil: Man habe sich darüber ausgetauscht, wie man Werbung an den Geschäften vereinheitlichen kann, und zwar so, dass es für jeden Geldbeutel passe. „Ich führe mit vielen immer wieder gute Gespräche.“

Man verschließe sich nicht der Kritik

Man brauche Konsens, verschließe sich aber auch nicht der Kritik, erklärte Bärwolf. Natürlich könne es zu Kommunikationsproblemen kommen, wie offenbar bei den Luftballons oder der Eistüte, wo ein städtischer Mitarbeiter übers Ziel hinausgeschossen und dies falsch angekommen sei. „Wir sind nicht fehlerfrei, aber wir betreiben auch keine Erbsenzählerei. Es liegt uns doch nichts daran, Geschäftsleute über die Maße zu drangsalieren oder ihnen gar den Todesstoß zu versetzen. Wir sind doch froh, Leerstände zu vermeiden“, sagte Bärwolf.

"Runder Tisch Gastronomie" am 28. April

„Wir haben uns mit den Geschäftsleuten abgestimmt. Es ging darum, die Qualität der Standards zu erhöhen und zu erkunden, wie man was umsetzten kann. Dazu soll auch eine Kontaktbörse entstehen“, fügt Lars Bursian hinzu. Außerdem wies er auf den „Runden Tisch Gastronomie“ am 28. April hin.

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Die Marschrichtung, so Bärwolf, müsse aber klar sein. Dazu gebe es auch ein breites Votum aus der Politik, die diese Vorgehenweises befürworte. Dabei gelte es, Lösungen zu finden, die sowohl hohen Ansprüchen der Geschäftsleute, aber auch Betreibern kleinerer Läden gerecht werde. Das sei nicht immer einfach, und dazu gehöre auch Fingerspitzengefühl. Lüdenscheid verfüge über eine alte Bausubstanz mit sehenswerten Fassaden. Ziel der Gestaltungssatzung sei es auch, sie entsprechend hervorzuheben. - von Martin Messy

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