Bauland-Kataster in Arbeit

Bauherren aufgepasst! Stadt hat 345 Baulücken gefunden

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Die Umsetzung des Handlungskonzepts Wohnen steht in der Abteilung für Stadtplanung ganz oben auf der Agenda.

Lüdenscheid - Die Verwaltung hat nachgeschaut - und rund 345 Baulücken in Lüdenscheid gefunden. Wo genau die liegen - das soll schon bald jeder sehen können.

Stephan Kritzler dürfte inzwischen so ziemlich jede unbebaute Fläche im Lüdenscheider Stadtgebiet kennen. Der Raumplaner ist im Fachdienst Stadtplanung zurzeit intensiv damit beschäftigt, auf der Grundlage des Handlungskonzeptes Wohnen umzusetzen, das vom Büro „empirica Forschung und Beratung“ erarbeitet und von der Politik abgesegnet worden war.

Dabei geht es zunächst einmal darum, Potenziale aufzuzeigen – sei es, um Baulücken zu schließen oder neue Flächen auszuweisen. Rund 18 Hektar Baulücken, zu denen auch Grundstücke gehören, die noch nicht komplett ausgenutzt sind, gibt es nach seinen Angaben, was aber nicht bedeute, dass sie auch komplett zu füllen wären. Kritzler entwickelt daraus mittels eines Geografischen Informationssystems (GIS) ein Kataster, das 345 Baulücken mit einer Mindestgröße von 250 Quadratmetern ausweist, das später auch öffentlich gemacht werden soll.

Stephan Kritzler, Fachdienst Stadtplanung

Zuvor werden per standardisierten Fragebögen die Eigentümer befragt – zum Beispiel, ob sie eine Bebauung planen oder Verkaufsinteresse haben. Die Eigentümer können einer Veröffentlichung widersprechen. Liegt kein Widerspruch vor, werden die Baulücken auf einer interaktiven Karte auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. „Durch Anklicken der jeweiligen Fläche erscheint ein PDF-Dokument mit Informationen zum Objekt. Personenbezogene Daten werden nicht herausgegeben“, betont Stephan Kritzler. Die Stadt übernehme die Vermittlerrolle zwischen Kaufinteressenten und Eigentümern. Das Baulandkataster soll regelmäßig aktualisiert werden.

Bis Mitte 2019 soll Baulandkataster öffentlich sein

Zur weiteren Entwicklung gehört auch die Schaffung eines Netzwerkes mit Wohnungsbaugesellschaften. Nach ersten Gesprächen kristallisiere sich bereits heraus, dass Fördermittel aufgrund geringer Rentabilität, des bürokratischen Aufwands und baulicher Auflagen immer seltener in Anspruch genommen würden. Ein altersgerechter Umbau im Bestand sei kostenintensiv und unter den gegebenen Bedingungen wie Topographie und Bauweise nur schwer zu realisieren.

Viele Unternehmen konzentrierten sich auf räumliche Schwerpunkte, wodurch aktiv die Entwicklung von Quartieren vorangetrieben werde. Auch das Pilotprojekt „Flächenpool NRW“ soll genutzt werden. Bis Mitte 2019 soll das Baulandkataster veröffentlicht werden, bis zum 1. Quartal 2020 ein Wohnungsmarktbericht.

Das ist das Handlungskonzept Wohnen:

Das Handlungskonzept Wohnen zeigt auf der Grundlage einer ausführlichen Analyse des Wohnungsmarktes mittel- bis langfristige Leitlinien der Wohnungsmarktpolitik auf. Die im Konzeptentwurf vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen des Büros „empirica Forschung und Beratung“ sollen dafür sorgen, dass Lüdenscheid seine heutige Einwohnerzahl von rund 75 000 Einwohnern langfristig wenigstens hält. Dafür müssten in den nächsten zehn Jahren pro Jahr 100 bis 130 Wohneinheiten geschaffen werden.

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