Stadt kappt Service: Keine Schilderpläne für Baufirmen

Schilderpläne werden künftig nicht mehr im Rathaus angefertigt: Die Baufirmen müssen sie jetzt selbst erstellen lassen.

LÜDENSCHEID - Aus personellen Gründen und weil es sich nicht rechnet, fährt die Stadtverwaltung jetzt einen langjährigen Service für Bauunternehmen drastisch zurück: das Zeichnen von Plänen für Verkehrszeichen bei notwendigen Umleitungen.

Zum einen sollen diese Schilderpläne künftig nur noch in begründeten Einzelfällen im Rathaus entstehen, ansonsten haben die Unternehmer die Pläne selber mitzubringen. Wenn sie von Ingenieurbüros erstellt werden, kostet das laut Abteilungsleiter Dieter Rotter die Firmen ein Vielfaches dessen, was die Stadt verlangt. Deren Gebühren sind kaum nennenswert: Für die mehrtägige Arbeit an fünf Schilderplänen für die Baustelle Herscheider Landstraße berechnete sie ganze 160 Euro. Jetzt werden es 200 Euro, und die sind auch für jede Änderung zu berappen. Rotter dazu: „Auch das wird die Stadt nicht reich machen.“

Wie wichtig die Arbeit ist, die erfahrene Sachbearbeiterinnen im Amt für Bauservice erledigten, zeigt das Beispiel Sauerfeld. Die Hinweise auf die jetzt erfolgenden Sperrungen, die Ausschilderung des Begegnungsverkehrs auf den verbleibenden Fahrspuren, das Anzeigen der Verlegung der Bushaltestellen vor das Gebäude der Kreishandwerkerschaft, die Ausschilderung von Umleitungen, die laufenden Veränderungen durch den Baufortschritt: Das alles erfordert eine generalstabsmäßige Planung. Denn wenn eine falsche oder schlechte Beschilderung Unfälle oder sonstige Schäden verursacht, können die Macher schadenersatzpflichtig gemacht werden, es kann strafrechtliche Konsequenzen geben. Auch diese Verantwortung soll laut Rotter wieder stärker zurück an die Baufirmen gehen.

Die Stadt will deren Pläne jetzt nur noch kontrollieren und ihre Umsetzung überprüfen; nur das ist laut den Verwaltungsvorschriften auch ihre Aufgabe. Das Service-Angebot der Zeichnerinnen wirkte sich über die Jahre aber so aus, dass sich fast alle Unternehmen ihre Regelpläne vom Bauservice der Stadt erstellen ließen. Dies ist nach den Worten Rotters wegen der hohen Arbeitsbelastung der Fachkräfte jetzt nicht mehr möglich.

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