Haus St. Josef wird Unterkunft

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Das frühere Kinderheim St. Josef, Gartenstraße 52, soll wieder Platz für ausländische Flüchtlinge bieten.

Lüdenscheid - Das frühere Kinderheim Haus St. Josef wird aller Voraussicht nach wieder zur Unterkunft für Flüchtlinge. 600 000 Euro will die Stadt investieren, um im Haus Gartenstraße 52 insgesamt 88 Plätze für Asylbewerber zu schaffen.

Diesen Lösungsvorschlag stellt der Fachbereich Soziale Dienste am Dienstag, 23. September, dem Ausschuss für Soziales, Senioren und Demographie vor (17 Uhr, öffentlich, Ratssaal).

Hintergrund sind die steigenden Zuweisungen von Asylbewerbern nach Lüdenscheid. Lag diese Zahl 2011 noch bei 24, waren es im Folgejahr 66, im vergangenen Jahr bereits 105 und in diesem Jahr 87 in den ersten acht Monaten. Im Vorjahresvergleich ergebe sich eine Steigerung von 60 Prozent, heißt es in der Vorlage für die Politik.

Aktuell verfügt Lüdenscheid über maximal 130 Plätze in zwei Unterkünften. Das Konzept sieht vor, maximal 120 Asylbewerber in dieser Form unterzubringen, um handlungsfähig bei Umzügen oder Renovierungen zu bleiben. Ende August lebten 102 Menschen in den Wohnungen.

Entlastung hat die Stadt bislang schaffen können, indem asylsuchende Familien und Einzelpersonen in Wohnungen beispielsweise der Lüdenscheider Wohnstätten AG ein Zuhause fanden. Diese Unterbringung eignet sich aber nicht für einen Kreis von Flüchtlingen, der beispielsweise die Stadt kurzfristig wieder verlässt.

Geprüft wurden neben der Gartenstraße vier Alternativen. Eine Aufstockung des Gebäudes An der Schnappe wäre fast ebenso teuer, würde aber nur 30 bis 35 neue Plätze bringen. Ähnliches gilt für die Gebäude Opderbeckstraße 15 und Volmestraße 141. Weder LüWo noch die Wohnstätten Mark verfügen aktuell über geeignete Immobilien. Auf die Dauer teurer wäre die Anmietung von Pavillons, die an der Talstraße, Ecke Neuenhofer Straße aufgestellt werden könnten.

In der Gesamtbetrachtung favorisiert die Verwaltung daher die Lösung an der Gartenstraße, weil nur dort genug Platz geschaffen werden kann bei gleichzeitig niedrigeren Betriebskosten, die im laufenden Haushalt gedeckt werden müssen. Jährlich wird mit 78 000 Euro an Folgekosten gerechnet. Klar sei aber auch, dass Nachbarschaftskonflikte nicht ausgeschlossen seien, heißt es in der Vorlage. - flo

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