28 Millionen Euro Verlust mit Enervie

Die Lage bei Enervie belastet den Lüdenscheider Haushalt mit einer Wertberichtigung von 28 Millionen Euro.

Lüdenscheid - Die Stadt Lüdenscheid bewertet ihren Anteil am Hagener Versorger Enervie neu und schreibt 28 Millionen Euro ab.

Das entspreche mehr als 40 Prozent des Lüdenscheider Anteils von rund 60 Millionen Euro, bestätigte Kämmerer Dr. Karl Heinz Blasweiler auf Anfrage der LN. Dieser Abschreibungsbedarf belaste entsprechend den Jahresabschluss der Stadt für das Jahr 2014. Anlass seien die bekannten Probleme der Enervie AG aufgrund der Energiewende, der hohen eigenen Abschreibung und der Verluste im Bereich der Energieerzeugung. Diese Abschreibung belaste den Lüdenscheider Haushalt zunächst rein bilanziell, zehre aber an der Eigenkapitalbasis.

Eine konkrete Auswirkung für Lüdenscheider Bürger ergebe sich daraus nicht, erläuterte der Kämmerer weiter. Dies wäre der Fall gewesen, wenn aufgrund der neuen Belastung die Eigenkapitaldecke der Stadt fast oder komplett aufgezehrt worden wäre. Damit wäre die Grundlage für ein Haushaltssicherungskonzept hinfällig geworden. Lüdenscheid wäre in den sogenannten Haushaltssicherungspakt gerutscht, in dem sich die Fristen zur Haushaltskonsolidierung drastisch verkürzt hätten. Statt in zehn Jahren, wie aktuell vorgesehen, hätte man in drei bis vier Jahren zum Haushaltsausgleich kommen müssen, so Blasweiler.

Auch die Nachbarstadt Altena bewertet ihr EnerviePaket neu. Die Altenaer Stadtwerke hatten nach dem Verkauf des RWE-Pakets an Remondis ihren Anteil neu gerechnet und kommen auf einen Abschreibungsbedarf von 2,5 Millionen Euro. Zudem bedroht die wegfallende Dividende dort den Bäderbetrieb.

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