Stadt: Bevölkerungszahlen weiter im Auge behalten

Plädiert für stärkere Vernetzng der Anbieter: Lothar Hellwig, Vorsitzender des Lenkungskreises Demografie.

LÜDENSCHEID ▪ Alle, die mithelfen können, die Stadt Lüdenscheid als Wohnort attraktiver zu machen, müssen sich stärker vernetzen: „Da weiß oft einer vom anderen nichts“, gewann Lothar Hellwig, Vorsitzender des „Lenkungskreises Demografie“, gestern vor der Presse als Erkenntnis aus der Erstellung des neuen Demografiekonzepts (die LN berichteten).

Das 75-seitige Papier, das Lüdenscheid als attraktiven Arbeitsort, aber wenig anziehenden Wohnort charakterisiert, wird am Montag im Hauptausschuss debattiert. Die Politik soll grünes Licht für eine zweijährige Fortsetzung der Arbeit geben. Zugleich wären erste Ergebnisse auch auf Stadtteile herunterzubrechen und umzusetzen.

Vernetzung ist auch das Stichwort bei den Daten. So will die „Arbeitsgruppe Demografie“ alle EDV-Quellen, die heute im Rathaus interessante Zahlen sammeln, in ein System aus Kennzahlen übertragen. Das System könne Politik und Verwaltung dann laufend frische Erkenntnisse zur Einwohnerschaft liefern.

Ersten kritischen Stimmen am Konzept traten gestern Mitglieder des „Arbeitskreises Demografie“ entgegen. Martin Assmann (Stadtplanung), Werner Giet (Jugendhilfe) Michael Heinrich (Bürgeramt) und Elisabeth Wilfart (Agenda 21, Gleichstellung) erklärten mit Planungsamtsleiter Martin Bärwolf, dass konkrete Maßnahmen jetzt erst erarbeitet werden sollen.

Natürlich wolle man Stichworte wie „Familienfreundlichkeit“ mit Leben füllen. Im Blick zu behalten sei dabei aber stets die Machbarkeit, mahnte Bärwolf: „Wir können uns Gratis-Kitas ebenso wünschen wie Gratis-Busse. Wir stellen fest, dass unsere Bodenpreise höher sind als in der Umgebung, oder dass wir zu viele Altbauten und Wohnungen in nicht mehr bedarfsgerechtem Zuschnitt haben. Aber wir müssen auch sehen, welche Gegenmaßnahmen realistisch sind.“

Die Stadt verzeichne derzeit eine „Inflation der Konzepte“ – zu Demografie, Altstadt, Stadtteilen oder Flächennutzung. Dies zeige Aufbruchstimmung in Lüdenscheid, aber man dürfe sich nicht verzetteln.

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