Staberger Schüler inszenieren Komödie

Mareike Klemz als Götterbote am Abend in der Zepp-Aula

LÜDENSCHEID - Göttliche Intrigen standen am Abend in der Aula des Zeppelin-Gymnasiums auf dem Stundenplan. Über viele Monate hinweg hatten die Literaturkurses der Jahrgangsstufe 11 Beate Haeckls Zweiakter „Götter wie Du und ich“ einstudiert, eine olympische Komödie.

Zeus als grantiger, schwerhöriger und impotenter Göttervater (Alexander Streuer) und seine Hera als frustrierte Gattin – im ersten Akt von Verena Polte, im zweiten von Eva Illiadou gespielt – hatten es aber auch nicht leicht mit der göttlichen Kinderschar. Nur Gezänk, gähnende Langeweile im Olymp, und mit dem Ansehen griechischer Götter unter den Menschen ist's ja nun auch nicht mehr ganz so weit her. So sollte eine Fernsehshow sowohl das Ansehen als auch den Frieden untereinander retten. Doch wenn man's als Gottheit mit menschlichen Medienmogulen, idealistischen Dokumentarfilmerinnen und karrieregeilen Opportunisten zu tun hat, ist auch der Frieden im Olymp nicht so ganz einfach wieder herzustellen.

Bestechend war an der Inszenierung vor allem eins: Es gelang den jungen Mimen auf spielerische Art, die Erinnerungen an „wer war noch gleich wer“ aufzufrischen. Wohl kaum einer im blendend besetzten Saal hätte vor dem ersten Vorhang Artemis, Hebe, Apoll und Co. so richtig zuordnen können. Auf ausgesprochen amüsante Weise gelang es den Schülern, das göttliche Gehabe zum Publikum zu transportieren.

Der Hut gezogen gehört vor der Textmenge, die so mancher Schüler neben den Klausuren zu lernen hatte. Und schon im Vorfeld hatte Regisseurin und Lehrerin Carmen Segets ihren Schauspielern höchste Disziplin attestiert.

Wenngleich auch alle Schülerinnen und Schüler eine beachtliche Leistung boten, so sollte eine von ihnen ganz besonders über ihren Berufswunsch nachdenken: Mareike Klemz spielte im ersten Akt den Götterboten Hermes mit einer so unvergleichlich köstlichen Mimik, dass die professionelle Schauspielerei zumindest in die engere Wahl kommen sollte. - rudi

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