Altertümliche Sprache verstärkt die Wirkung der Charaktere

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Die Staberger Gymnasiasten zeigten das Wedekind-Drama „Frühlings Erwachen“.

Lüdenscheid - Aus einem Guss: „Frühlings Erwachen“, ein Drama nach Frank Wedekind, hat der Literaturkurs der Staberger Gymnasien in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit zum Teil fesselndem Spiel belebt. Der Balanceakt, ein gesellschaftskritisches wie zutiefst satirisches Stück, das der Autor „Eine Kindertragödie“ nannte, glaubhaft und im Fluss umzusetzen, glückte.

Großer Mut zeigte sich im durchdacht reduzierten Bühnenbild. Die daraus entstehende freie Fläche musste erst einmal von den jungen Akteuren ergriffen und bespielt werden. Wedekinds Drama handelt von Widersprüchen im Zuge der Pubertät, Moralismus einer Gesellschaft und deren Gleichgültigkeit den Problemen jüngerer Menschen gegenüber. Im Jahre 1891 war das Drama erschienen. Spannend war es, die verstärkende Wirkung überkommener Sprache auf die Wirkung von Szenen und Spielfiguren zu verfolgen. Schön zu sehen in jener Szene, da der Suizid eines Schülers und die daraus resultierende Lage für die Schule von der Lehrerschaft des Gymnasiums erörtert wird.

Die altertümliche Sprache verstärkte die Wirkung der grotesken Charaktere hin in Richtung komisch-tragisch. Die Umsetzung von Wedekinds Stoff lebte von der Energie eines jugendlichen Ensembles, das vom Theatervirus befallen schien. Hinzu kam, dass die Kernszenen mit großem Ernst überzeugend ausgespielt wurden. Wohl auch ein Verdienst, der beiden Lehrerinnen Daria Dusil und Katrin Achenbach (beide Regie), bei denen sich die Mitwirkenden mit Blümchen bedankten. Intensiv spielte Jan Philipp Graf die Rolle des Melchior. Gina Potthoff gelang es mit Sophie Wijnands, die ihre Mutter spielte, eine glanzvolle Szene – Wendla ist „krank“ und erfährt, dass sie schwanger ist – berührende Tragik leicht zu vermitteln. - usc

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