Staatsanwaltschaft ermittelt

Korruptionsverdacht bei der Märkischen Gesundheitsholding

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einzelne Mitarbeiter der Märkischen Gesundheitsholding wegen Korruption im Zusammenhang mit der Vergabe und Abrechnung von Bauleistungen. Dieses Bild entstand 2016 beim Bau des OP-Traktes des Klinikums in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Die Hagener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Korruption gegen einzelne Mitarbeiter der Märkischen Gesundheitsholding sowie einen im Kreis ansässigen Handwerksbetrieb. Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli spricht von einem mutmaßlichen Schaden im höheren sechsstelligen Bereich.

Bei den Vorwürfen gegen die Mitarbeiter der Verwaltung der Klinik-Betriebe und den Handwerksbetrieb handele es sich um Betrug und Vorteilsnahme, so Pauli. Das sei im weitesten Sinne Korruption. 

Mitarbeiter der Betriebe, die in der Märkischen Gesundheitsholding zusammengeschlossen sind, hätten bei stets ein und demselben Handwerksbetrieb Leistungen mehrfach abgerechnet oder Leistungen abgerechnet, die gar nicht erbracht worden seien. 

Dabei handele es sich um einen Betrieb, der ständig für die Kliniken gearbeitet habe und der vermutlich bevorzugt beauftragt worden sei. Der Betrieb sei nicht in Lüdenscheid angesiedelt. 

Handwerksbetrieb durchsucht 

In dem Unternehmen habe es auch Ende vergangenen Jahres Durchsuchungen gegeben. Die Leitung der Klinik-Betriebe in Lüdenscheid kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, so Pauli, dort seien keine Durchsuchungen erfolgt. Die Staatsanwaltschaft ermittle bereits seit dem späten Herbst. 

Pauli betonte, dass sich der Verdacht nur gegen einzelne Mitarbeiter richte und nicht etwa gegen die Geschäftsführung der Gesundheitsholding. Bei den Mitarbeitern der Holding werde dem Verdacht nachgegangen, dass sie für ihre mutmaßlichen betrügerischen Abrechnungen finanzielle Gegenleistungen des verdächtigen Handwerksbetriebs erhalten hätten. Pauli: „Hier sehen wir den korruptiven Anteil.“ 

Eine Sprecherin der Gesundheitsholding bestätigte, dass es ein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter des Unternehmens wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue gebe. „Unser Haus hat ein großes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung der Hintergründe“, lässt sich Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe zitieren. 

„Die ermittelnden Behörden unterstützen wir uneingeschränkt“, so Kehe weiter. Weitere Informationen könnten mit Rücksicht auf noch andauernde Ermittlungen nicht gegeben werden.

Zur Märkischen Gesundheitsholding gehören Krankenhäuser und Seniorenzentren in Lüdenscheid, Werdohl und Letmathe, die Märkischen Reha-Kliniken in Hagen, Hemer, Iserlohn, Letmathe, Lüdenscheid und Werdohl, das Hospiz in Letmathe sowie die Wirtschaftsdienste Hellersen.

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